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Norddeutschland : Warnstreik legt Zugverkehr lahm

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Der dreistündige Warnstreik hat für starke Beeinträchtigungen im Zugverkehr gesorgt. Besonders stark waren Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen. Am Mittag normalisierte sich die Lage.

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2014 | 16:23 Uhr

Der bundesweite Warnstreik der Lokführer hat am Samstagmorgen den Bahnverkehr in Norddeutschland vielerorts lahmgelegt. Besonders stark traf es Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wie eine Bahnsprecherin sagte. In Mecklenburg-Vorpommern kam es nach Angaben eines Sprechers im Regionalverkehr überall zu Beeinträchtigungen.

Im Regionalverkehr fuhren die Züge am Nachmittag nach Angaben eines Sprechers wieder planmäßig, im Fernvekehr mussten Reisende jedoch noch bis zum Abend mit Verspätungen rechnen. Insgesamt seien im Norden 23 Züge im Fern- und 94 Züge im Regionalverkehr ausgefallen, sagte der Sprecher gegen 16.00 Uhr.

In dem Tarifkonflikt zeichnen sich indes weitere Streiks ab. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) werde in den nächsten Tagen voraussichtlich eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf einleiten, sagte ihr Vorsitzender Claus Weselsky in Berlin. Zwischen 6.00 und 9.00 Uhr hatten etwa 350 Lokomotivführer die Arbeit im Norden niedergelegt, wie Hartmut Petersen vom GDL-Bezirk Nord sagte. Viele Züge seien am Morgen gar nicht erst losgefahren. Die S-Bahnen in Hamburg fuhren nach Angaben der GDL im Zwanzig-Minuten-Takt. Auch die S-Bahn in Hannover war vom Streik betroffen. Bundesweit fielen etwa 1000 Züge aus oder waren mit stundenlanger Verspätung unterwegs, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Das große Chaos blieb jedoch aus: Der Samstagmorgen gilt als verkehrsärmster Zeitpunkt der Woche. Dennoch bildeten sich vor den Informationsschaltern in den Hauptbahnhöfen lange Menschenschlangen. Kopfschütteln und Ratlosigkeit herrschte auch vor den Fahrplantafeln. Dort wurden Verspätungen auf unbestimmte Zeit und Zugausfälle angezeigt.Bei den Reisenden sorgte vor allen die kurze Ankündigung des Warnstreiks für Unmut. Viele hatten kein Verständnis für die Aktion.

„Das ist Erpressung. Eine Frechheit, das auf Kosten der Menschen durchzuführen“, meinte ein Mann in Hannover, der eigentlich nach Wien wollte. „Ich habe null Komma null Verständnis dafür“, sagte eine Reisende, die auf dem Weg zum Urlaubsflieger in Hannover festsaß.Die Bahn setzte in den Zügen und auf den Bahnhöfen mehrere Hundert Mitarbeiter zur Verstärkung ein - vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen sowie bei der Reisenden-Information.

Bereits am Montag hatten die Lokführer in einem ersten Warnstreik die Arbeit niedergelegt. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. „Zufrieden wären wir, wenn ein Angebot der Deutschen Bahn käme“, sagte Petersen.

Sollte die Deutsche Bahn kein neues Tarifangebot vorlegen, will die GDL „in den nächsten Tagen“ eine Urabstimmung für unbefristete Streiks einleiten, sagte ein GDL-Sprecher.

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