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Umfrage nach Skandal : Vertrauen sie dem ADAC noch?

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Nach dem Skandal um geschönte Teilnehmerzahlen beim „Lieblingsauto der Deutschen“ stellen Experten das System ADAC infrage

Der ADAC ist der größte Verein in Deutschland. 19 Millionen Mitglieder verlassen sich auf eine Gemeinschaft, die für Pannenhilfe oder Versicherungen sorgt. Längst ist der Club aber auch ein verzweigter Konzern  und mächtiger Lobby-Verband. Wegen geschönter Teilnehmerzahlen beim „Lieblingsauto der Deutschen“ steht der gelbe Riese nun in der Kritik. Sebastian Raabe hat Fragen und Antworten zum  Club zusammengestellt.

Was ist der ADAC eigentlich?

Der Allgemeine Deutsche Automobilclub ist ein eingetragener Verein und zugleich das Dach eines verzweigten Konzerns. Zweck des Clubs ist laut Satzung „die Wahrnehmung und Förderung der Interessen des Kraftfahrwesens, des Motorsports und des Tourismus“. Der Verein gliedert sich in 18 eigenständige regionale Clubs. Die Beiträge der  Mitglieder werden nach einem Schlüssel verteilt. 37 Prozent der Beiträge gehen an die Regionalclubs, 63 Prozent bleiben dem Gesamtclub. 2012 knackte der ADAC die Milliarden-Euro-Grenze bei den Mitgliedsbeiträgen

Wohin fliesst das Geld?

Entgegen der landläufigen Meinung legt der ADAC etliche Zahlen offen und gibt jährlich Auskunft über die Beitragsverwendung. 2012 flossen knapp 323 Millionen Euro in Hilfeleistungen wie den Pannendienst oder die Luftrettung. Für den Mitgliederservice wie etwa Geschäftsstellen flossen knapp 155 Millionen Euro, für die Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ 53 Millionen Euro. Gut 343 Millionen Euro gingen in die Beiträge zur Gruppenversicherung für die Mitglieder.

Wieso ist der ADAC auch ein Unternehmen?

Neben dem Verein hat der ADAC viele Firmen gegründet. Sie wickeln die zahlreichen Geschäfte ab. Dazu zählen etwa die Autovermietung, eigene Angebote für Versicherungen oder ein Verlag. Gebündelt sind die Firmen unter dem Dach der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH. Insgesamt verbuchte der ADAC dort 2012 einen Umsatz von 1,03 Milliarden Euro. Rund 8600 Menschen arbeiten beim ADAC.

Wer kontrolliert den ADAC?

Vor allem kontrollieren die Mitglieder. Der ADAC hat wie jeder Verein eine Satzung. Das höchste Gremium ist die Hauptversammlung. Ein weiteres wichtiges Gremium ist der Verwaltungsrat, in dem die Mitglieder des Präsidiums und die Chefs der Regionalclubs sitzen. Das Präsidium beruft und entlässt auch die Geschäftsführung des ADAC. Diese Manager führen den ADAC wirtschaftlich im Alltag. Die Bilanzen der Firmen sind im Abschluss der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH gebündelt und werden im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Abschluss muss von unabhängigen Wirtschaftsprüfern testiert werden.

Verdient der ADAC denn Geld?

Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibt vor, dass Vereine kein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb sein dürfen. Deswegen hat sich im ADAC die Doppelstruktur aus Verein und den Tochterunternehmen entwickelt. Diese erzielen nicht alle Überschüsse, die Luftrettung etwa ist ein Zuschussgeschäft. Unter dem Strich nimmt der ADAC allerdings in der Regel mehr Geld ein als er ausgibt. Auch der Verein erzielt Überschüsse und zahlt Steuern. Die erwirtschafteten Mittel fließen in die Rücklage oder werden investiert. Die Struktur des ADAC war in den vergangenen Jahren immer wieder umstritten.

 
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erstellt am 20.Jan.2014 | 19:00 Uhr

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