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Handy am Lenker : Verkehrswacht fordert schärfere Kontrollen

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Eine Sekunde während der Autofahrt aufs Handy geschaut und 30 Meter im Blindflug unterwegs: Angesichts steigender Unfallzahlen durch Handy-Nutzung fordert die Verkehrswacht schärfere Kontrollen.

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erstellt am 14.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Angesichts steigender Unfallzahlen durch Handy-Nutzung fordert die Landesverkehrswacht in Mecklenburg-Vorpommern stärkere Kontrollen von Auto- und Radfahrern.„Nicht der Ruf nach schärferen Gesetzen ist der Weg, sondern das geltende Recht auch durchzusetzen“, sagte der Präsident der Landesverkehrswacht, Hans-Joachim Hacker, am Mittwoch in Greifswald bei der Vorstellung der Aktion „Finger vom Handy“.

Studien zufolge sind Autofahrer ein Fünftel ihrer Fahrzeit durch Essen, Trinken oder den Gebrauch von Handys abgelenkt. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben der Polizei im Jahr 2014 etwas mehr als 10 000 Handy-Verstöße im Straßenverkehr geahndet worden. Die Anzahl der Unfälle mit sogenannter „ungeklärter Ursache“ ist laut Hacker zwischen 2008 und 2015 um 56 Prozent gestiegen.  In Deutschland gilt für Fahrer ein Handyverbot. Wer mit dem Handy hinterm Steuer erwischt wird, zahlt 60 Euro und erhält einen Punkt in der Verkehrssünderdatei. Fahrradfahrer müssten 25 Euro zahlen. Diese Gesetze reichten aus, müssten aber auch durchgesetzt werden, betonte Hacker. Durchschnittlich werde an beliebigen Kontrollpunkten in Deutschland alle drei Minuten jeweils ein Fahrer ermittelt, der mit dem Handy hantiere.

In Greifswald haben sich Schüler im Projekt P.A.R.T.Y (Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth) darüber informiert, welche Folgen ein „Blindflug“ von nur einer Sekunde im Straßenverkehr haben kann. „Dieser Moment kann ein Leben um 180 Grad drehen“, sagte der Unfallmediziner Denis Gümbel.  Ein kleiner Fehltritt von einem selbst oder Dritten könne nachhaltige Wirkungen haben, mahnte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Er selbst beobachte fast täglich Autofahrer dabei, wie sie das Steuer verreißen und von der Spur abkommen.

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