Blitzermarathon 2015 : „Tag der Radarfalle“ – hier wird geblitzt

Polizei und Ordnungsämter kontrollieren landesweit an 192 Unfallschwerpunkten die Geschwindigkeit

svz.de von
15. April 2015, 11:50 Uhr

Bereits zum dritten Mal jagt die Polizei am morgigen Donnerstag  bundesweit mit einer groß angelegten Aktion Temposünder. Das Besondere in diesem Jahr: Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen europäischen Staaten sollen Raser gestoppt werden. Insgesamt nehmen  21 weitere Staaten teil.  

Außerdem findet die Aktion nicht wie sonst innerhalb von 24 Stunden statt. Am Freitag ist in Köln ein großer Gedenkgottesdienst für die Toten des Germanwings-Absturzes in den Alpen. Daher endet die großangelegte Kontrollaktion bereits sechs Stunden früher, bereits um Mitternacht.

In Mecklenburg-Vorpommern sind  560 Beamte und Mitarbeiter von Ordnungsämtern an 192 Messstellen im Einsatz. „Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr bei den Anhaltekontrollen der Polizei“, sagte  Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Dabei würden die Temposünder direkt mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert. Caffier verspricht sich davon eine gute erzieherische Wirkung. Gemessen werde vor allem im  Bereich von bekannten Unfallbrennpunkten.

Ziel der Aktion: Die meisten Fahrer dürften vorgewarnt sein, da die Kontrollpunkte  – beispielsweise in unserer Zeitung – vorher bekanntgegeben werden. Doch es geht nicht darum, möglichst viele  Raser zu erwischen.  „Mit dem Blitz-Marathon wollen wir die Autofahrer zum Nachdenken bringen“, sagte Innenminister Caffier. In der Europäischen Union seien  im vergangenen Jahr 25700 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. „Ein großer Teil davon ging auf das Konto der Hauptunfallursache Geschwindigkeit“, so Caffier weiter.

Verkehrsunfälle in hohen Geschwindigkeitsbereichen haben aufgrund der hohen Aufprallenergie oft verheerende Auswirkungen. „Wären Autos im Durchschnitt bei Unfällen nur um fünf Prozent langsamer unterwegs, würde die Zahl der Unfälle mit Verletzten um zehn Prozent und die mit Getöteten sogar um zwanzig Prozent sinken“, sagte Jens Schade, Verkehrsexperte von der Technischen Universität  Dresden. Ein Zusammenstoß mit 80 Kilometern pro Stunde entspricht einem Fall aus 25 Metern.

 Über die Wirkung des Blitzmarathons gehen die Meinungen auseinander. Die Mehrheit der Bundesbürger erklärte in einer YouGov-Meinungsumfrage: „Am nächsten Tag wird wieder gerast.“ Ein ADAC-Sprecher  sagte dagegen: „Ein Blitz-Marathon ist eine Möglichkeit, das wichtige Thema der Raserei mal wieder aufs Tablett zu bringen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen