Vor dem Landtag : Protest für den Erhalt der Südbahn

Etwa 120 Bürger protestieren vor dem Landtag in Schwerin gegen die geplante Einstellung des Bahnverkehrs auf der so genannten Südstrecke zwischen Parchim und Malchow. Die Landesregierung will den Personennahverkehr künftig durch Busse absichern und den Zugverkehr nicht länger stützen.
Etwa 120 Bürger protestieren vor dem Landtag in Schwerin gegen die geplante Einstellung des Bahnverkehrs auf der so genannten Südstrecke zwischen Parchim und Malchow. Die Landesregierung will den Personennahverkehr künftig durch Busse absichern und den Zugverkehr nicht länger stützen.

Zwischen Parchim und Malchow sollen die Züge aufs Abstellgleis geleitet werden. Nach dem Willen des Landes werden dort vom Jahresende an kostengünstiger Busse verkehren. Das aber wollen viele Bürger der Region nicht, und das machen sie auch lautstark deutlich.

svz.de von
13. März 2014, 15:41 Uhr

Die Proteste gegen die geplante Einstellung des Bahnverkehrs zwischen Parchim und Malchow halten an. Heute demonstrierten vor dem Schweriner Landtag etwa 120 Menschen aus der betroffenen Region für den Erhalt der Mecklenburgischen Südbahn auf der ganzen Strecke von Hagenow bis nach Neustrelitz. Nach den Plänen des Landes sollen wegen geringer Passagierzahlen auf dem Teilstück Parchim-Malchow von Ende 2014 an kostengünstigere Busse verkehren.

Die Gegner dieser Entscheidung sehen darin eine falsche Weichenstellung. „Wenn man sieht, wie viel Geld in den Straßenbau fließt, kann man nicht glauben, dass die Mittel nicht da sind. Es ist keine Frage der Finanzen, sondern eine Frage des politischen Willens, die Bahnstrecke zu erhalten“, sagte Monika Göpper von der Bürgerinitiative Pro Schiene. Arndt Müller von der Umweltschutzorganisation BUND warf der Landesregierung vor, Bürgerinteressen zu ignorieren und regionale Entwicklungspotenziale zu vernachlässigen.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) stellte sich der Diskussion mit den Demonstranten und verwies auf wachsende Defizite im Regionalverkehr der Bahn und dem daraus resultierenden Sparzwang.

„Die Kosten steigen, ohne dass auch die Einnahmen wachsen. Darauf müssen wir im Interesse des Gesamtangebots reagieren“, begründete der Minister die Pläne seines Hauses. Laut Pegel sind zwischen Parchim und Malchow mitunter nur 10 bis 15 Passagiere je Zug unterwegs.

Derartige Fahrgastzahlen reichten nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb der Bahnstrecke.

Das Land hofft, von bisher zehn Millionen Euro an Zuschüssen im Jahr für die Südbahn künftig drei bis vier Millionen Euro einsparen zu können. Das entspreche gerade einem Zehntel der 40 Millionen Euro an Mehrkosten für den umstrittenen Ausbau der Bundesstraße 96 auf Rügen, rechnete BUND-Sprecher Müller vor. „Eine solch missglückte Verkehrspolitik erschließt sich uns nicht. Wir lehnen sie ab“, sagte er.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen