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Hintergrund : Minister Pegel verteidigt Teilstilllegung auf Südbahn-Strecke

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Für die Südbahn stehen die Chancen schlecht. Das Land will die Strecke in Kürze neu ausschreiben. Für das Teilstück Parchim - Malchow sehen die Planungen weiter die Umstellung auf Busverkehr vor. Daran änderte auch ein parteiübergreifender Landtagsantrag nichts.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat die Stilllegung einer Teilstrecke der sogenannten Südbahn gegen Kritik aus der betroffenen Region und aus dem Landtag verteidigt. Die Nutzung der Züge zwischen Parchim und Malchow sei sehr niedrig und das Fahrgästepotenzial werde von Fachleuten als gering eingeschätzt.

Angesichts der knappen Mittel müsse das Land Schwerpunkte bei der Verkehrsplanung setzen. „Das Land kann sich nicht alles leisten, was wünschenswert ist“, sagte Pegel am Donnerstag im Schweriner Landtag.

Die Züge zwischen Parchim und Malchow sollen ab Dezember durch preiswertere Busse ersetzt werden.Als Gäste verfolgten Vertreter der Bürgerinitiative Pro Schiene Hagenow - Neustrelitz die Debatte. Die Initiative fordert den Erhalt des Schienenverkehrs auf der gesamten Strecke der Südbahn von Hagenow über Parchim, Malchow und Waren bis nach Neustrelitz. Pegel äußerte Verständnis für Wünsche und Proteste der betroffenen Menschen. „Aus Landessicht muss aber das gesamte Land im Vordergrund stehen“, warb der Minister für seine Position. Er kündigte eine Neuausschreibung für den Betrieb der Regionalstrecken an, das Vergabeverfahren solle in Kürze beginnen.Nach Angaben des SPD-Abgeordneten Jochen Schulte droht das Land mittelfristig gut ein Drittel der vom Bund gewährten Mittel für den Regionalverkehr zu verlieren. Bislang bekommt Mecklenburg-Vorpommern 240 Millionen Euro im Jahr. Laut Pegel verlangen vor allem bevölkerungsreiche Länder wie Nordrhein-Westfalen einen höheren Anteil vom Bund.Ein parteiübergreifender Antrag zum Erhalt der Südbahn, dem sich neben Oppositionspolitikern auch der CDU-Abgeordnete Wolfgang Waldmüller angeschlossen hatte, fand erwartungsgemäß keine Mehrheit.

Waldmüller begründete seine von der Koalitionsmeinung abweichende Haltung: „Mich überzeugen die Argumente des Verkehrsministeriums nicht. Denn es gibt Gründe für die geringe Nutzung und die haben mit mangelnder Attraktivität zu tun“, sagte der CDU Politiker. Er kritisierte Parallelverkehr mit Bussen und fehlende Vernetzung.Am Donnerstag war publik geworden, dass das Aus für die Südbahn deutlich größere Auswirkungen als bisher bekannt haben würde. So wäre auch die Müritzregion aus Berlin nur noch alle zwei Stunden statt bisher stündlich per Bahn erreichbar, erklärte ein Sprecher des Schweriner Verkehrsministeriums. „Damit müsste die Tourismusbranche und auch das Müritzeum um seine Gäste bangen“, beklagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion in Waren, Ralf Spohr.Die Müritzregion ist bisher stündlich mit der Regionalbahn Berlin-Rostock und den Triebwagen der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) nach Neustrelitz an Berlin angebunden. Die Odeg-Triebwagen gehören zur Südbahn und sollen wegfallen.Mitte März hatten vor dem Landtag etwa 120 Menschen aus der betroffenen Region für den Erhalt der Strecke demonstriert.

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erstellt am 10.Apr.2014 | 20:29 Uhr

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