Auch Fernbusse sollen zahlen : Kommunen wollen Lkw-Maut auf allen Straßen

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svz.de von
09. Januar 2016, 07:25 Uhr

Die Kommunen fordern die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Straßen und auf Fernbusse. „Die dadurch erwarteten Mehreinnahmen von circa 4,4 Milliarden Euro können dazu beitragen, den nach wie vor bestehenden Investitionsstau in der Verkehrsinfrastruktur aufzulösen“, erklärte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, gestern im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion. „Die Maut sollte auch dazu genutzt werden, schadstoffarme Lkw zu begünstigen und durch elektronisch verkehrsleitende Maßnahmen Staus zu vermeiden.“ Stark befahrene Teilstücke könnten zum Beispiel zur Rush Hour verteuert werden, um die Verkehrsströme zu entzerren. „Auch Fernbusse sollten Maut bezahlen.“ Inzwischen würden auf 330 Linien Fernbusse durchs Land fahren – mit ständig steigenden Nutzerzahlen. „Immer neue Linien, das gestiegene Fahrgastaufkommen aber auch die neuen Wettbewerber mit Angeboten von einem Euro pro Fahrt zeigen, dass es keiner weiteren Starthilfen in Form einer Befreiung von der Maut bedarf“, sagte der Gemeindebunds-Geschäftsführer.

Deutschland solle jetzt handeln. Die Einrichtung eines einheitlichen europäischen Mautsystems für Pkw und Lkw werde aufgrund der bereits existierenden unterschiedlichen Mautsysteme in Europa Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte dauern. „Parallel zu dieser Diskussion sollte deshalb in Deutschland zügig mit der Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Straßen begonnen werden“, forderte Landsberg.

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