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Verkehr MV : Hamburg-Züge häufig unpünktlich

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Längere Fahrzeiten und Bummelei: Trotz der wachsenden Kritik am neuen Fahrplan verlangt die Bahn nun sogar noch mehr Geld vom Land

svz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Bummelei auf der Schiene: Die Deutsche Bahn gerät in den Nahverkehrszügen zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg immer stärker unter Druck. Nach der Kritik an den seit dem neuen Fahrplan geltenden längeren Fahrzeiten sorgt jetzt eine Serviceanalyse für Kritik. Einer Untersuchung der Verkehrsgesellschaft MV zufolge sind die Züge der vom Land bestellten Linie RE 1 Rostock - Hamburg die unpünktlichsten in MV, teilte das Verkehrsministerium mit. Nur etwa 90 Prozent der Züge erreichten die vom Land im millionenschweren Verkehrsvertrag vorgegebene Pünktlichkeitsquote von 95 Prozent. Jetzt mutet die Bahn Reisenden auch noch längere Fahrzeiten zu. Seit Mitte Dezember sind die Hamburg-Züge bis zu 20 Minuten länger unterwegs.

Grund für die Verspätungen  sei der Fernverkehr, teilte die Bahn mit. Zugunsten schnellerer Fernzüge müssten  Regionalexpresszüge  u. a. in Büchen warten und die Schnellzüge überholen lassen. Das habe zu Verspätungen geführt, erklärte ein Bahnsprecher – ebenso Bauarbeiten auf der Strecke, die durch den Flüchtlingsandrang ausgelöste höhere Zahl von Reisenden  sowie Störungen an Signalanlagen, Oberleitungen oder Bahnübergängen.

Der schlechtere Bahnservice sorgt zwar bei  Pendlern für Frust, die Bahn muss dennoch kaum mit Sanktionen rechnen: Jährlich seien lediglich Vertragsstrafen „im fünfstelligen Bereich“ gezahlt worden, gestand die Bahn. Der Verkehrsgesellschaft MV zufolge seien die im Land fahrenden fünf Eisenbahnunternehmen seit 2010 jährlich mit Vertragsstrafen von bis zu 65 000 Euro je Verkehrsvertrag belegt worden. Auch die seit Dezember geltenden längeren Fahrzeiten bleiben folgenlos: Die im Fahrplan festgelegten „Fahrzeitverlängerungen gelten nach Eisenbahnrecht nicht als Unpünktlichkeit“, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums mit. 

Mit Änderungen ist kaum zu rechnen: Die Opposition im Landtag, aber auch die SPD hatten von der Bahn Nachbesserungen verlangt.  Zwar würden alternative Trassen geprüft, sagte ein Bahnsprecher. Kürzere Fahrzeiten für die Regionalexpresszüge seien aber  kaum möglich. Trotz der wachsenden Kritik verlangt die Bahn nun sogar  noch mehr Geld vom Land: Die längeren Fahrzeiten des RE 1 hätten die „Besteller maßgeblich mitentschieden“, wie auch über zusätzliche Fahrzeuge auf der Strecke. Die Bahn stelle dem Land auf der Hamburg-Strecke den zusätzlichen Mehraufwand für das  Personal in Rechnung, so ein Unternehmenssprecher.

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