Mecklenburg Vorpommern : 70 Prozent der Züge fallen aus

Nach Streikbeginn im Personenverkehr stehen am frühen Morgen des 06.11.2014 auf dem Hauptbahnhof in Rostock zwei Züge, an einem Zug steht 'Nicht einsteigen'.
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Nach Streikbeginn im Personenverkehr stehen am frühen Morgen des 06.11.2014 auf dem Hauptbahnhof in Rostock zwei Züge, an einem Zug steht "Nicht einsteigen".

Nach Auskunft eines Bahnsprechers war im Fernverkehr rund ein Drittel der Züge unterwegs, im Nahverkehr fielen zwischen 70 und 85 Prozent der Verbindungen aus

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06. November 2014, 07:56 Uhr

Pendler im Nordosten müssen sich erneut auf einen schwierigen Weg zur Arbeit oder zur Schule einstellen. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat bundesweit von 02.00 Uhr an zu Streiks aufgerufen. Vier Tage lang bis Montagfrüh sollen die Züge im Nah- und Fernverkehr bestreikt werden. Im Güterverkehr hat die GDL schon am Mittwochnachmittag mit Streiks begonnen. Die Bahn ging zunächst davon aus, dass etwa zwei Drittel aller Verbindungen ausfallen. Es werde versucht, ein Grundangebot einzustellen, es müsse aber mit massiven Einschränkungen gerechnet werden. Nicht betroffen sind Verbindungen privater Bahngesellschaften.

Die GDL Nord rechnet nach Worten ihres Bezirksverbandschefs Hartmut Petersen mit 600 bis 1000 streikenden Lokführern allein in Norddeutschland. Laut Bahn sind die Auswirkungen in Mecklenburg-Vorpommern besonders stark, da - im Gegensatz zu den West-Bundesländern - kaum ein Bahnmitarbeiter verbeamtet ist. Viele Bahnkunden bereiteten sich schon vor Streikbeginn auf die Auswirkungen vor. Fernbusanbieter registrierten deutlich mehr Anfragen als üblich. Viele Pendler werden wohl Fahrgemeinschaften bilden und gemeinsam in Privatautos zur Arbeit fahren. Auswirkungen werden auch in den Häfen des Landes zu spüren sein, da der Güterverkehr bestreikt wird.

Die GDL begründete die geplante Arbeitsniederlegung mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind. Einen kurzfristigen Vorschlag der Bahn, unparteiische Schlichter einzuberufen, lehnte die GDL ab. Der Streit zwischen der Gewerkschaft und der Deutschen Bahn dauert bereits seit Monaten an.

Nach Auskunft eines Bahnsprechers war im Fernverkehr rund ein Drittel der Züge unterwegs, im Nahverkehr fielen zwischen 70 und 85 Prozent der Verbindungen aus. Tausende Pendler im Nordosten müssen sich andere Möglichkeiten suchen, zur Arbeit, Universität oder Schule zu kommen.

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