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Zahlungsverzug : Verkauf des Grand Hotels Heiligendamm wackelt

vom

Die Übernahme des insolventen Grand Hotels Heiligendamm läuft nicht so glatt wie geplant. Die vereinbarte Anzahlung ist erst einmal ausgeblieben. Käufer und Insolvenzverwalter sind sich über ihren Vertrag nicht einig.

svz.de von
erstellt am 01.Jul.2013 | 06:58 Uhr

Heiligendamm | Der Betreiberwechsel im insolventen Grand Hotel im Ostseebad Heiligendamm verzögert sich. Kurz vor einer Mitarbeiterversammlung teilte Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum am gestrigen Montag überraschend mit, dass die geplante Betriebsübergabe an eine Berliner Investorengruppe zunächst nicht zustande kommt, "da der dafür vorgesehene Teilkaufpreis noch nicht bezahlt ist".

"Ich bin über den Verlauf des Vorgangs nicht glücklich", sagte Zumbaum gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Über den Fälligkeitszeitpunkt der Anzahlung bestehe dem Insolvenzverwalter zufolge Uneinigkeit zwischen den Beteiligten, sie sei aber Voraussetzung für den Betriebsübergang.

Der Sprecher der betroffenen Berliner Palladio AG, Frank Schmeichel, bestätigte: "Die Fälligkeit der Zahlung wird als strittig angesehen. Ansonsten ist das Sache der Parteien und es wird nicht öffentlich ausgetragen."

Insolvenzverwalter Zumbaum zeigte sich zuversichtlich, dass das Geschäft trotz des Streits zustande kommen wird. Er informierte am gestrigen Vormittag die 120 Mitarbeiter des Grand Hotels über die aktuelle Situation. Die Beschäftigten wirkten gefasst, als sie die Versammlung später verließen. Solange der Verkauf noch nicht perfekt ist, führt der Insolvenzverwalter den Betrieb des Fünf-Sterne-Plus-Hotels fort.

Das Schweriner Wirtschaftsministerium äußerte sich unterdessen zurückhaltend zu den Vorgängen. "Der Insolvenzverwalter hat das Ruder in der Hand. Wir vertreten unsere Belange im Gläubigerausschuss. Das Wirtschaftsministerium hat ein Interesse daran, dass der Käufer den Standort als Hotelareal fortsetzt und weiterentwickelt", sagte Ministeriumssprecher Gunnar Bauer.

Formalitäten spielen offenbar ebenfalls eine Rolle bei der Verzögerung der Übernahme. "Verträge zu Immobilien sind auch immer von Genehmigungen und Zustimmungen abhängig. Darüber gibt es einen gewissen Streit, ob die alle beigebracht sind", erklärte der Insolvenzverwalter. Es sei aber davon auszugehen, dass die Unterlagen zeitnah vorliegen werden oder bereits da sind.

Die Nachricht über den vorerst gescheiterten Betriebsübergang hat unterdessen laut einem Bericht des NDR erneut das Interesse von unterlegenen Bietern für das Grand Hotel geweckt. Sie sollen sich bereits noch gestern Vormittag ein weiteres Mal beim Insolvenzverwalter gemeldet haben. Neue Investoren würden derzeit aber nicht gesucht. Dies könnte erst nach einem definitiven Scheitern des aktuellen Vertrags geschehen, hieß es.

Anfang Mai hatte Zumbaum die Berliner Beratungs- und Immobilienfirma Palladio AG und die Investitionsgesellschaft De & De Holding GmbH als Käufer präsentiert. Deren gemeinsame Firma Resort Heiligendamm GmbH & Co. KG sollte die Geschäfte führen.

Die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG von Investor Anno August Jagdfeld hatte vor gut einem Jahr wegen unzureichender Auslastung Insolvenz anmelden müssen. Seit dem 1. Mai 2012 steht das Hotel unter der Verwaltung Zumbaums und ist den Angaben zufolge derzeit gut gebucht.

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