Skelett im Brunnen : Verhalten nach Mord verriet Täter

Der Angeklagte (M.) im Gerichtsaal in Neuruppin
Der Angeklagte (M.) im Gerichtsaal in Neuruppin

Skelett im Brunnen: Sieben Jahre Haftstrafe für Angeklagten.

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20. Dezember 2017, 20:55 Uhr

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Geschäftsmanns aus Neubrandenburg hat das Landgericht Neuruppin den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt. „Der 34-Jährige hatte mitbekommen, dass sich sein Partner trennen wollte, dann kam es zu einer Auseinandersetzung“, sagte Richter Udo Lechtermann gestern in Neuruppin. Dabei bekam das damals 24 Jahre alte Opfer im Jahr 2009 in Schönermark (Uckermarkkreis) einen heftigen Schlag ins Gesicht, der nach Einschätzung eines Rechtsmediziners tödlich war.

Der Fall hatte für viel Aufsehen gesorgt, weil die Leiche in Decken eingewickelt und mit Steinen beschwert in einem Brunnenschacht auf dem Hof versteckt worden war, wo der 34-Jährige und sein Partner damals wohnten. Die nächsten Mieter fanden die skelettierte Leiche zufällig 2015 in dem Brunnen. Die Polizei ließ daraufhin die Telefone des 34-Jährigen und dessen Bekannten überwachen.

Der Mann, der bereits nach Dresden gezogen war, wurde 2016 festgenommen und machte vor Gericht keine Aussagen. Er nahm das Urteil ohne sichtliche Regung auf. Vor allem sein „Nach-Tat-Verhalten“, wie es Staatsanwalt Torsten Sauermann formulierte, hatte den 34-Jährigen nach Überzeugung des Gerichts verraten. Nach dem Totschlag habe er sich seinerseits „wie der Geschäftsinhaber“ des Sonderpostenmarktes in Neubrandenburg benommen, sagte Lechtermann. Opfer und Verurteilter hatten sich 2008 in Neubrandenburg kennengelernt. Beide versuchten es mit einem Sonderpostenmarkt in Neubrandenburg, die Geschäfte seien aber wohl nicht besonders gut gelaufen, so der Richter. Trotzdem habe sich das Duo ein PS-starkes Auto zugelegt. Dieses Auto nutzte der Verurteilte nach der Tat genauso wie den Ausweis des Toten, dessen Scheckkarten und sein Handy. Besonders schwer wog für die Schwurgerichtskammer, dass der 34-Jährige nach dem Tod des Opfers über dessen Handy und über sei eigenes Handy Nachrichten an den neuen Freund des Opfers sandte. Darin forderte der jetzt Verurteilte Geld zurück, das sein damaliger Lebenspartner dem „Neuen“ überwiesen hatte. „Das konnte nur jemand schreiben, der genau wusste, dass das Opfer tot ist“, sagte der Richter.

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