Vereinshaus in Schutt und Asche

Mitglieder der Oldtimerfreunde stehen vor dem, was mal ihr Vereinshaus war. Für sie steht dennoch außer Frage: Die Oldtimertage finden statt.
1 von 3
Mitglieder der Oldtimerfreunde stehen vor dem, was mal ihr Vereinshaus war. Für sie steht dennoch außer Frage: Die Oldtimertage finden statt.

svz.de von
08. Juli 2012, 06:09 Uhr

Perleberg | Sonntag kurz vor 9 Uhr auf dem Motorsportareal am Flugplatz: Frank Brauer steht fassungslos vor einem riesigen Haufen Schutt und Asche. "Das war gestern noch unser Vereinshaus." Ein paar 1000 Stunden Arbeit sind da in Rauch aufgegangen. "Wir hatten uns einen Sanitärtrakt geschaffen, eine Küche eingerichtet und uns moderne Kühltechnik sowie Kaffeeautomaten angeschafft für derartige Feste wie unser Oldtimertreffen." Jetzt ist nur noch zu erahnen, wo mal die Wände gefliest waren, die Küchenmöbel standen.

Und all das eine Woche vor dem 14. Oldtimertreffen für Land- und Militärfahrzeuge. "Jetzt erst recht", sagt Josef Gareis. Er spricht aus, was alle denken: Die Oldtimertage werden stattfinden und "wenn wir Nachtstunden einlegen müssen".

Eine wesentliche Voraussetzung aber ist, dass die Spurensicherung den Brandort schnell freigibt. Brandstiftung kann bis dato nicht ausgeschlossen werden.

Was war eigentlich passiert? Sonnabend, 23.59 Uhr: Sichtbarer Brand an der B 189 Richtung Flugplatz, lautet die Alarmierung. Alle Feuerwehren der Stadt Perleberg rücken aus, 36 Kameraden sind im Einsatz. "Beim Eintreffen brannte die Baracke schon lichterloh, da war nichts mehr zu retten", so Uwe Schleich, Pressesprecher und zugleich Staffelführer auf dem Tanklöschfahrzeug. Die Quitzower bauen ihren Lichtmast auf und dann rücken sie wie die anderen Ortswehren wieder ab. Die Perleberger übernehmen die Brandbekämpfung, die sich insofern schwierig gestaltet, da auf dem Flugplatzgelände nur mit großem Aufwand eine Wasserversorgung aufgebaut werden kann. So ging es im Pendelverkehr zum Befüllen der Tanker über Hydranten in den Schwarzen Weg, Höhe Disco.

Kurz vor 5 Uhr sind die Kameraden der Rolandstadt am Sonntag im Bett und Frank Brauer als bald schon wieder auf den Füßen. Per Telefon wird jeder benachrichtigt, der zu erreichen ist. "Wir müssen aus dem kurzen Halt heraus alles neu organisieren. Erst vorgestern hatten wir die Strecke für die Ausfahrt der Oldtimer aufgrund des Eichenprozessionsspinners noch einmal neu festgelegt. Sie soll jetzt Richtung Mankmuß gehen, möglichst auf Straßen, an denen keine Eichen stehen."

Das Programm für die Oldtimertage steht, das Vereinshaus mit all der Kühltechnik, den Pumpen fürs Wasser und was man sonst noch für eine Festversorgung benötigt, ist in Flammen aufgegangen. "Wir haben vom Vorgänger nur die Haftpflichtversicherung übernommen, das heißt, wir fangen auch finanziell bei der Stunde Null an, wenn es um den Neuaufbau und die Ausstattung geht", so der Vereinsvorsitzende.

Fürs Wochenende werden vor allem erst einmal Zelte, Kühltechnik, Pumpen, Kaffeeautomaten und dergleichen benötigt. Spontan bieten die Perleberger Kameraden Zelte der Feuerwehr an. Und auch der Flugplatznachbar, der Aero-Club, sichert tatkräftige Unterstützung zu. "Alles, womit wir helfen können, das stellen wir zur Verfügung", betont Hans-Dieter Kussmaul, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Zwar sei es schwierig, in der Woche Leute zu kriegen, die helfen, die Rudimente, die das Feuer noch übrig gelassen hat, wegzuräumen, "doch wer irgendwie kann, der ist dabei", so Kussmaul.

Für die Oldtimerfreunde selbst steht außer Zweifel, wer Zeit hat, der packt mit zu. "Bis Mittwochabend muss der Brandort beräumt sein, müssen wir mit dem Aufbau der Zelte beginnen", sind sie sich einig. Für Hilfe, in welcher Form auch immer, denn auch Technik zum Aufräumen und Container werden benötigt, und Helfer sei man überaus dankbar. Wer dabei sein will, kann sich direkt an Frank Brauer, Vorsitzender der Oldtimerfreunde, Telefon 03876/613001, wenden.

Übrigens, das Vereinshaus hatten die Oldtimerfreunde vor drei Jahren aus der Altmarkt bekommen. Hier diente die Metallkonstruktion, die innen mit viel Holz verkleidet war, einst als Gemeindeverwaltung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen