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Boxanfänger verletzt : Vereinschef zahlt Strafe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

15 Jahre alte Boxanfänger war 2012 bei einem „Schnuppertraining“ gegen einen erfahreneren Boxer ins Sparring geschickt worden. Dabei zog er sich einen Bruch in der Augenhöhle zu.

Weil sich ein Boxanfänger bei einem Probekampf schwer verletzt hat, muss ein Trainer aus Waren 1000 Euro Strafe zahlen. Das Landgericht Neubrandenburg stellte gestern das Berufungsverfahren gegen den 71-Jährigen gegen Zahlung dieser Geldbuße ein. Beide Seiten akzeptierten diese Lösung noch im Gericht. „Da ist was schiefgelaufen und sie hatten die Garantenpflicht“, sagte Richter Carl Christian Deutsch. Der 15 Jahre alte Boxanfänger war 2012 bei einem „Schnuppertraining“ gegen einen erfahreneren Boxer ins Sparring geschickt worden. Dabei zog er sich einen Bruch in der Augenhöhle zu. „Mein Sohn leidet heute noch an den Folgen“, schilderte Mutter Larissa Chernova.

Der 71-Jährige hatte den Jugendlichen zwar nicht persönlich in den Ring geschickt, trug aber als Vereinsvorsitzender die Hauptverantwortung, erklärte Deutsch.

Der erfahrene Coach, der schon seit 1970 als Boxtrainer arbeitet, war bereits im Sommer 2014 von einem Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Strafe von knapp 2400 Euro verurteilt worden.

Der Geschädigte war mit Freunden erst zweimal zu dem Training gewesen. An dem Tag forderte der Sohn des Trainers die vier Jungamateure auf, ein Sparring zu absolvieren. Schon die ersten beiden „Schnupperboxer“ holten sich blutige Lippen. Daraufhin habe der Trainersohn den gelernten Boxer beim nächsten Kampf aufgefordert, „doch mal richtig zuzuschlagen“. „Und Sie haben Ihren Sohn gewähren lassen“, warf Deutsch dem 71-Jährigen vor.

„Mit diesem Ausgang können wir leben“, erklärte Anwalt Albrecht Graf von Reichenbach, der den Geschädigten vertritt. Nun wolle man Schmerzensgeld und Schadensersatz einklagen – vermutlich eine fünfstellige Summe – da noch nicht alle Folgekosten absehbar seien. Der jetzt 17-Jährige habe gerade eine Absage von der Bundespolizei erhalten - wegen der Augenprobleme, wie er sagt.  

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