Ehrenamts-Serie : „Vereine sind das Rückgrat unserer Gesellschaft“

Kunst im Gelben Salon: Hendrik Wegner sitzt dem Kunst- und Kulturverein  Ludwigslust vor und belebt die ganze Stadt mit seinem Engagement.
Kunst im Gelben Salon: Hendrik Wegner sitzt dem Kunst- und Kulturverein Ludwigslust vor und belebt die ganze Stadt mit seinem Engagement.

Serie Teil 7: Hendrik Wegner belebt als Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins Ludwigslust / Das ganze Jahr über plant er Veranstaltungen.

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19. März 2014, 12:00 Uhr

Wenn sich Hendrik Wegner etwas in den Kopf gesetzt hat, lässt er sich davon nicht so leicht abbringen. Als er im Jahr 2000 aus Rostock nach Ludwigslust gezogen ist, entwickelte er bald eine Mission – er wollte die Kunst- und Kulturszene in der Kleinstadt beleben und dabei neue Freunde finden. „In Ludwigslust gibt es viel Raum, um selbst etwas zu gestalten. Und wenn man sucht, findet man auch Gleichgesinnte“, sagt der Wirtschaftsförderer.

Und das hat Wegner dann auch. Kurz nach seinem Umzug landete er in der Naturforschenden Gesellschaft Westmecklenburg. Er half vor und nach Feierabend dabei, das älteste Haus in der Stadt zu sanieren. Heute ist das Natureum ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Auch wenn es mal schwierig wird, gibt Wegner nicht auf. Als beispielsweise die Betriebskostenabrechnung ins Haus flatterte, stand der Verein vor einem riesigen Problem. Mehrere tausend Euro sollten sie auftreiben. Anstatt zu verzweifeln, machte sich Wegner Gedanken und kam auf die Idee, eine Tombola auf dem Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Er sammelte Preise, fertigte gemeinsam mit seiner Frau Leckereien an und stand am Ende drei Tage auf dem Markt und konnte von dem Erlös schließlich einen Teil der Betriebskosten bezahlen.

Sich nur in diesem einen Verein zu engagieren, reichte Wegner nicht aus und so suchte er sich weitere Wirkungsstätten. Ludwigslust gilt als die künstlerisch wertvollste und am besten erhaltene spätbarocke Stadtanlage im Norden von Deutschland. Der gebürtige Lübecker wollte die Fächersprache und die barocken Tänze wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken und gründete den Verein Barocklust. Der Wirtschaftsförderer steckte viel Energie in den Verein und wird ein wenig wehmütig, wenn er daran denkt, dass er Ende vergangenen Jahres aufgelöst werden musste.

Manchmal seien einfach nicht genug Menschen da, die bereit sind, nicht nur in Vereinen mitzuwirken, sondern sie auch zu führen. Wegner gibt die Hoffnung trotzdem nicht auf, Menschen ermutigen zu können, sich auch einzusetzen. „Ich hoffe immer, dass irgendwann der Funke überspringt“, so der 41-Jährige. Wegners Begeisterungsfähigkeit ist ungebrochen. „Ich bin ein Typ, der gern etwas bewegt“, sagt er. Seit fünf Jahren hat er ein neues Projekt, das ihn mit viel Freude erfüllen würde. 2009 gründete er gemeinsam mit anderen engagierten Ludwigslustern den Kunst- und Kulturverein (Kukululu). In den vergangenen Jahren hätten sie viele tolle Projekte realisieren können. Da war zum Beispiel die Ausstellung von Jürgen Seidel „ArbeiterKlasseFotos“, die Lesung von Thomas Reschke aus „Meine unsterblichen Russen“ oder das Jazz-Konzert von Ernst-Ludwig Petrowsky und Uschi Brüning. Im Gelben Salon direkt auf der Schlossstraße hängen noch all die Plakate, die ein Vereinsmitglied professionell gestaltet hat. „Jeder hat in dem Verein seinen Platz gefunden“, sagt Wegner. Er selbst kümmert sich viel um bürokratische Angelegenheiten. „Ich bin eben verwaltungsvorgeprägt“, so der Wirtschaftsförderer.

Auf das, was er gemeinsam mit seinen Vereinskollegen bewegt hat, ist Wegner sichtlich stolz. „Vereine, beziehungsweise ehrenamtliche Mitarbeiter, können eine Menge leisten und sind das Rückgrat unserer heutigen Gesellschaft“, sagt Wegner.



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