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Flüchtlinge in MV : Vereine integrieren Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kommunen erleichtern Asylbewerbern die Integration durch die Teilhabe an Sport, Kultur und ehrenamtlicher Arbeit

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Integration durch Mitmachen: Zunehmend beziehen Städte und Gemeinden Flüchtlinge ins gesellschaftliche Leben und die Arbeit von Vereinen mit ein. Laut einer Umfrage der Deutschen Presse Agentur in den Kommunen laufen vielerorts Sprachkurse und es werden Asylbewerber von Ehrenamtlichen in Deutsch unterrichtet. Ziel ist, langfristig die Kommunikation in den Orten und den Zusammenhalt zu verbessern.

In Schwerin arbeiten Asylbewerber in der Initiative Flüchtlingshilfe mit, wie eine Stadtsprecherin erklärte. Von Anfang an seien sie in die Arbeit einbezogen worden, etwa beim Sortieren der Kleiderspenden oder bei Dolmetscherdiensten in der Bahnhofsmission. Kürzlich habe es eine gute Resonanz auf den Aufruf der Stadt gegeben, am Frühjahrsputz teilzunehmen.

Arbeitseinsätze fanden an der Moschee im Stadtteil Großer Dreesch und im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften statt. Zum Kinderfest für Schweriner und Asylbewerber luden die Malteser am Wochenende in die Erstaufnahmestelle ein. Ein weiteres gemeinsames Fest plant die Volkssolidarität Anfang Mai im Zoo. Beliebt bei Flüchtlingskindern seien vor allem die Sportangebote der Vereine, meinte die Sprecherin. So gebe es seit letztem Jahr „Fußball ohne Grenze“, den die Straßensozialarbeit der Evangelischen Jugend organisiert. „Spielend Deutsch lernen“ ist das Motto mehrerer Kurse im Schweriner Stadtteiltreff „Eiskristall“, in denen syrische Lehrerinnen mithelfen. Auch Arabisch wird gepaukt, weil viele der geflüchteten Kinder lange nicht zur Schule gehen und ihre Muttersprache pflegen konnten. „Musikalische Begegnungen“ organisieren Konservatorium und Volkshochschule. Einen Workshop mit Theater, Tanz und Musik für Flüchtlinge gab es im Februar im Mecklenburgischen Staatstheater.

Auch in Wismar spielen Geflüchtete und Einheimische gemeinsam Fußball und nehmen an Laufveranstaltungen teil, wie die Stadt mitteilte. Zum Handarbeitszirkel und Deutschlernen treffen sich Frauen jeden Freitag in der Hansestadt. Geplant seien demnächst gemeinschaftliches Gärtnern und der Aufbau einer Fahrradwerkstatt. Auch beim sozialen Mittagstisch der Kirchgemeinden stehen Asylbewerber mit am Kochtopf und Ausgabetresen.

Auch Rostocker Vereine versuchen, Zugezogene und Einheimische bei Sport und Kultur miteinander in Kontakt zu bringen. Laut der Stadt würden Deutschkurse, Angebote von Fahrradwerkstätten und sportliche Aktivitäten gut angenommen.

In Neubrandenburg mühen sich neben Sport- und Migrationsvereinen auch die städtische Kunstsammlung, die Verkehrswacht und zahlreiche Ehrenamtliche um gemeinsame Aktionen mit Flüchtlingen. Die Palette reiche von Basteln über eine Fahrradfahrschule bis hin zur Gartenarbeit. Laut einer Sprecherin helfe die Stadt bei der Vermittlung von Praktika für Flüchtlinge in Unternehmen und bei Trägern gemeinnütziger Arbeit. Besonders gefragt seien Sprach- und Integrationskurse. Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) kritisierte, es sei schwer für die Kommunen, genug Geld für Integrationsarbeit aufzubringen.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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