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Enttäuschung in Güstrow und Putbus : Verdorrte Blütenträume - Laga vor Aus

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Die Landesregierung MV hat sich offensichtlich von den Plänen für eine Landesgartenschau 2014 oder 2015 verabschiedet. Die Konzepte der beiden Bewerberstädte Güstrow und Putbus würden die Anforderungen nicht erfüllen.

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erstellt am 04.Jan.2012 | 06:06 Uhr

Güstrow | Schockstarre in Güstrow: Die Landesregierung MV hat sich offensichtlich von den Plänen für eine Landesgartenschau (Laga) 2014 oder 2015 verabschiedet. Sie soll an der Finanzierung scheitern. Die Konzepte der beiden Bewerberstädte Güstrow und Putbus würden die Anforderungen nicht erfüllen. Nach den Vorgaben von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sollte es bei der Blumenschau kein großes finanzielles Risiko geben. Nur Städte, die auf gesunden Füßen stehen, sollten sie ausrichten.

Olav Paarmann, Vorsitzender des Laga-Fördervereins in Güstrow, ist "schockiert und irritiert". Güstrow habe ein Konzept vorgelegt, dass mit größter kaufmännischer Vorsicht erarbeitet sei. Aus seiner Sicht wird es nun vom Tisch gefegt, bevor sich ein Expertengremium tiefgründig damit beschäftigt hätte. Termine der Bewertungskommission seien immer wieder abgesagt worden, weiß Paarmann. Enttäuscht ist auch Bürgermeister Arne Schuldt. Es sei immer klar gewesen, dass es keine Extra-Fördermittel des Landes für eine Laga gebe, es sei aber zu erwarten gewesen, dass auch das Land seine Fördermittel auf eine solche Landesgartenschau konzentriert. "Wir warten eine offizielle Information ab und schauen uns die Gründe an", sagt Schuldt. Auf immer und ewig wolle er sich aber vom Gedanken einer Laga in Güstrow nicht verabschieden. "Schauen wir doch mal, was in fünf Jahren ist", denkt der Bürgermeister.

Kein Wort zur Laga im Koalitionsvertrag

Die Absage an eine Landesgartenschau kommt für Schuldt nicht völlig überraschend. Mehrfache kritische Nachfragen zur finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt hätten in den vergangenen Wochen schon aufmerken lassen. Man hatte das Investitionspaket der Laga bereits abgespeckt, sich von einer Verlegung der Bundesstraße verabschiedet, andere Vorhaben reduziert. Dass im Koalitionsvertrag von SPD und CDU im Land kein Wort zur Landesgartenschau steht, habe ihn bereits verwundert, ebenso die Tatsache, dass Ministerpräsident Erwin Sellering sich nicht an die Spitze stelle, sondern seinen Landwirtschaftsminister machen ließ. "Wir haben ein Konzept und wir werden das weiter verfolgen", kündigt Schuldt an. Es sei nicht umsonst angefertigt worden. Eine Umsetzung werde ohne Landesgartenschau nur viel mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Den Vorsitzenden des Fördervereins verwundert die augenscheinliche Konzentration auf die Finanzen. Der enge Finanzrahmen erfolgte auch mit Blick auf das Minus, das die erste Laga in Wismar 2002 eingefahren habe. Die Landesregierung habe nach NDR-Informationen nun Zweifel, dass Güstrow oder Putbus eine Gartenschau finanzieren können. Paarmann dazu: "Unser Konzept ist nach einem Baukastensystem aufgebaut. Nacharbeiten sind immer möglich." Von vorn herein seien sich alle Beteiligten - im Förderverein immerhin 60 Mitglieder, darunter viele Unternehmen - einig gewesen, dass nur so viel umgesetzt wird, wie man sich finanzielle leisten kann.

Dieter Heidenreich: "Schade, dass die Politik keinen Mut hat, um sich an einer innovativen Sache, die das Land voranbringt, zu beteiligen." Der Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Güstrow, Mitglied im Laga-Förderverein, lässt auch nicht gelten, dass kein Geld da sein soll, denn Bund und Land haben Rekordeinnahmen verbucht. Heidenreich betont, dass das Konzept solide und gut durchdacht ist. Gerade die Kosten seien einschließlich des Güstrower Haushaltes bis ins Detail, sogar schon in einzelne Personalstellen, kalkuliert worden, stellt der Banker heraus.

Ende des Monats soll im Kabinett offiziell über eine Laga in Güstrow oder Putbus entschieden werden.

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