zur Navigation springen

Fehlende Beratung MV : Verbraucherschutz mit Lücken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Land fehelen Beratungsstellen in zwei Kreisen – und ein kontinuierlicher Geldfluss.

svz.de von
erstellt am 15.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Sie sind Ansprechpartner in Ernährungs- wie in Rechtsfragen, beraten zu Energieeinsparung ebenso wie zu Problemen mit Kommunikationsunternehmen und bei Internetgeschäften: Die 27 Mitarbeiter der Verbraucherzentrale haben schon vielen Mecklenburgern und Vorpommern durch die Tücken des Alltags geholfen. Etwa 30 000 Anfragen zu mehr als 10 000 Vorgängen gab es allein 2016, so der Vorstand der Verbraucherzentrale, Dr. Jürgen Fischer, gestern auf einem Forum anlässlich des Weltverbrauchertages in Schwerin. Dort betonten Parteivertreter unisono, wie wichtig Verbraucherschutz ist. In der Praxis aber wird er von der Politik oft stiefmütterlich behandelt. Die unabhängige Beratung durch die Verbraucherzentrale basiere z. B. noch immer zum großen Teil auf zeitlich befristeten Projektförderungen anstatt auf einer soliden, verlässlichen Grundfinanzierung durch das Land, kritisiert die Landesvorsitzende der Grünen, Claudia Müller. Sie fordert: „Auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern müssen Beratungsstellen für alle erreichbar sein.“ Sprich: In jedem Landkreis müsse es eine solche Anlaufstelle geben.

Tatsächlich ist die Verbraucherzentrale nur noch an sechs Standorten im Land vertreten. Die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Vorpommern-Greifswald bleiben außen vor. Und tatsächlich finanziert die Zentrale ihre Arbeit gerade einmal zur Hälfte mit Zuschüssen vom Land: Von 1,35 Millionen Euro Gesamtetat sind 670 000 Euro Landesmittel, so Fischer – und auch die stammten aus verschiedenen Töpfen. Anders als im Koalitionsvertrag festgeschrieben, sei der Verbraucherschutz auch nicht gebündelt und gestärkt, sondern jetzt auf zwei Ministerien – das Landwirtschafts- für den gesundheitlichen und das Justizministerium für den wirtschaftlichen Verbraucherschutz – aufgeteilt worden.

Die Forderung der Grünen, die Verbraucherzentrale kontinuierlich durch das Land mit mindestens einem Euro pro Einwohner und Jahr zu fördern, trage er voll mit, so Vorstand Fischer. Andere Bundesländer zeigten, dass das und noch mehr möglich sei. So unterstütze Nordrhein-Westfalen seine Verbraucherzentrale jährlich mit 48 Millionen Euro.

Die Linke hat das Thema Verbraucherschutz auf die Tagesordnung des Rechtsausschusses des Landtages setzen lassen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen