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Stralsund : Vater wegen Misshandlung eines Babys angeklagt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dem Mann werde gefährliche Körperverletzung und die Misshandlung Schutzbefohlener vorgeworfen

Gut drei Monate nach der mutmaßlichen Misshandlung eines Babys auf der Insel Rügen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 34-jährigen Vater erhoben. Dem Mann werde gefährliche Körperverletzung und die Misshandlung Schutzbefohlener vorgeworfen, sagte gestern der Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft, Ralf Lechte.

Das damals drei Monate alte Mädchen war im Oktober 2014 mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Der Vater hatte zuvor den Notarzt gerufen. Er bestreite die Tat, sagte Lechte.

Neben massiven Schwellungen am Kopf litt das Kind an Hirnprellungen. Ärzte beurteilten den Zustand der Kleinen damals als „sehr kritisch“.

Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund der Verletzungsmuster davon aus, dass das Kind mehrfach misshandelt wurde. Das Mädchen ist noch immer in der Reha, wie Lechte sagte. Einem Gutachten zufolge sei wahrscheinlich mit körperlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. „Allerdings gehen die Ärzte auch davon aus, dass Kinder in dem Alter ein großes Erholungspotenzial haben.“

Hintergrund der Tat soll nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft die Überforderung des Vaters gewesen sein. Die Familie mit drei kleinen Kindern war erst kurz zuvor aus Brandenburg nach Dranske auf Rügen gezogen. Dort hatte die Mutter eine Ausbildung begonnen, während der Vater auf die Kinder aufpasste. Die beiden älteren Geschwister waren zum Tatzeitpunkt dreieinhalb und zwei Jahre alt. Der Vater sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall auch gegen die damals 26 Jahre alte Mutter. Die beiden Geschwister wurden nach der Tat in ihrer Obhut belassen. Laut Polizei gab es keine Hinweise auf Verletzungen bei den älteren Kindern. Das Jugendamt betreut die Familie weiter.

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