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Stopp für Hähnchenmastanlage bei Kuppentin : Urteil verunsichert die Branche

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Nach dem gerichtlichen Stopp für den Betrieb einer großen Hähnchenmastanlage bei Kuppentin herrscht große Unsicherheit bei den Tierhaltern in der Region. Mitarbeiter sollen einen Bogen um den Nordosten machen.

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erstellt am 16.Dez.2012 | 06:30 Uhr

Parchim | Nach dem gerichtlichen Stopp für den Betrieb einer großen Hähnchenmastanlage bei Kuppentin (Kreis Ludwigslust-Parchim) herrscht große Unsicherheit bei den Tierhaltern im Nordosten. "Die Landwirte wissen nicht mehr, ob sie sich auf staatliche Genehmigungen noch verlassen können", sagte Martin Piehl, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes. Stallausrüstungsfirmen rieten ihren Mitarbeitern schon, wegen solcher Rechtsunsicherheiten einen Bogen um den Nordosten zu machen. Der betroffene Landwirt hatte eine staatliche Genehmigung aus dem Jahr 2011, die Anlage von 29 500 Mastplätzen auf 131 500 zu erweitern. Der Umweltverband BUND klagte beim Oberverwaltungsgericht dagegen und bekam Recht, da hatte der Bauer bereits 1,5 Millionen Euro investiert und die Anlage lief.

Das Gericht hatte geurteilt, dass eine Verträglichkeitsprüfung für das angrenzende FFH-(Flora Fauna Habitat)-Gebiet nicht ordnungsgemäß erfolgt sei. So sollen Stickstoffeinträge aus der alten Anlage nicht ausreichend berücksichtigt worden sein. Dem Bauern wurde eine neue Einstallung zunächst verboten, nun darf er laut Piehl die bereits vorhandenen 120 000 Küken doch noch mästen. Danach soll er nicht wieder einstallen dürfen. "Keiner wollte dafür verantwortlich sein, dass so viele Tiere getötet werden müssen", erklärte der Hauptgeschäftsführer.

Grundsätzlich müsse sich ein Landwirt auf die Genehmigungsbehörde verlassen können, forderte Piehl. "Das Urteil hat große Sprengkraft." Der Bauernverband trete dafür ein, dass nach einer solchen Entscheidung der Landwirt weiterarbeiten dürfe und die Auswirkungen beim laufenden Betrieb gemessen würden. Es könne nicht sein, dass ein Umweltverband nachträglich mit einer "vermuteten Belastung, die noch nicht bewiesen ist", ganze Existenzen gefährde. "Das ist fahrlässig, auch vom BUND", sagte Piehl. Der Landwirt müsse seine Kredite trotzdem tragen. Inzwischen herrsche auch bei Schweine- und Rinderhaltern große Unsicherheit.

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