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Haftstrafe für Vergewaltigung : Urteil trotz „Widersprüchen“

vom
Aus der Onlineredaktion

Haftstrafe für Vergewaltigung einer 14-Jährigen. Ein weiterer Prozess droht

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Weil er seine damalige Freundin an ihrem 14. Geburtstag vergewaltigt hat, muss ein 26-jähriger Mann aus Hagenow für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Schwerin ordnete außerdem an, ihn nach der Haft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen, da er eine Gefahr für die Allgemeinheit sei. Der Verteidiger kündigte an, das Urteil von der nächsthöheren Instanz überprüfen zu lassen. Der 26-Jährige hatte die Tat bestritten. Die Aussage des Mädchens sei voller „eklatanter Widersprüche“ und nicht geeignet, darauf ein Urteil zu stützen, so der Verteidiger.

Der Angeklagte nahm das Urteil gleichgültig hin. Er hatte Medikamente genommen, mit denen seine Aggressivität gebremst wird. Der Vorsitzende Richter Armin Lessel begründete ausführlich, warum das Gericht die Aussage des Angeklagten für „unplausibel und widersprüchlich“ hielt. Unter anderem glaubte der Richter nicht, dass der Angeklagte, der sich anderenorts als „Sexprotz“ präsentierte, während der zwei Monate dauernden Beziehung nur ein einziges Mal einvernehmlichen Sex mit dem Mädchen gehabt haben will. Zudem hatten drei seiner Kumpel vor Gericht versucht, ihm mit „offensichtlich abgesprochenen“ Aussagen zu helfen und das Mädchen schlecht zu machen.

Auch das Mädchen habe gelogen, räumte Lessel ein. Aber das geschah eher aus Angst und Scham gegenüber seinen Eltern. Die Details der Vergewaltigung im Sommer 2015 aber schilderte sie sehr glaubwürdig. Das ungleiche Paar hatte sich, vermittelt durch einen gemeinsamen Bekannten, über ein soziales Medium kennengelernt. Mitte Juli feierten die beiden mit einigen Kumpeln ihren Geburtstag. In dieser Nacht habe der mehrfach vorbestrafte Angeklagte sie in seiner Wohnung in einer sozialen Einrichtung zum Sex gezwungen, war das Gericht überzeugt. Anfangs dachte das Mädchen, der Angeklagte habe sie dabei geschwängert. Das aber geschah erst einige Wochen danach, denn sie blieb weiter mit ihm zusammen.

Das Gericht glaubte dem Mädchen auch, weil es keine Anzeige erstattete, sondern die Polizei von sich aus aktiv wurde. Die Ermittlungen begannen, als sich das Paar trennte, wobei der Angeklagte das Mädchen mit einem Messer bedrohte, was die Polizei auf den Plan rief. Einer Polizistin fiel der große Altersunterschied der beiden auf. Sie fragte sich, ob der Angeklagte bereits vor dem 14. Geburtstag des Mädchens Sex mit der Schülerin hatte.

Das wäre eine Straftat. Dies wurde von dem Mädchen damals während einer Vernehmung bestritten. Sie berichtete erstmals über die Vergewaltigung, die zum Prozess vor dem Landgericht führte. Inzwischen haben beide zugegeben, miteinander geschlafen zu haben, als sie noch 13 war. Dem Verurteilten droht deshalb ein weiterer Prozess. Er will jedoch nicht gewusst haben, wie jung sie war.

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