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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 04:06 Uhr

Bestattung in MV : Urne im Wohnzimmer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Asche eines Verstorbenen im Garten verstreuen? In MV geht so etwas bislang nicht. Der Linke-Politiker Peter Ritter will das ändern.

Die Asche von Toten sollte nach Auffassung des Linken-Politikers Peter Ritter in Mecklenburg-Vorpommern auch außerhalb von Friedhöfen bestattet werden dürfen. „Es ist mit rationalen Argumenten nicht zu begründen, dass die Asche Verstorbener nicht im eigenen Garten verstreut werden kann, wenn dies der Wunsch und Wille des Verstorbenen und der Hinterbliebenen ist“, sagte der innenpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Die Linke.

Auch sollte es seiner Ansicht nach möglich sein, eine Urne zu Hause aufzubewahren. Im Gegensatz zu Deutschland sei das in anderen Ländern unkompliziert möglich. Beispiele sind die Schweiz, die Niederlande, Spanien oder die USA. In Deutschland hingegen besteht der so genannte Friedhofszwang, daran ändert auch die Möglichkeit der Waldbestattung nichts. Auch die Friedwälder oder Ruheforste sind eine Art Friedhöfe. Möglich sind nur noch Seebestattungen.

Bundesweit wird über eine größere Freiheit beim Umgang mit der Asche Verstorbener diskutiert. Befürworter verweisen darauf, dass Friedhofsgänge für Kranke oder Gehbehinderte ein unüberwindbares Hindernisse darstellen können. Fehle es an Geld, könne die Aufbewahrung der Urne in der eigenen Wohnung eine ungewollte Bestattung auf einem anonymen Friedhofsgrabfeld verhindern. Mancher wolle die Urne mit der Asche eines Verstorbenen einfach in seiner unmittelbaren Nähe haben.

Um Ritters Vorstellungen umzusetzen, müsste das Bestattungsgesetz von Mecklenburg-Vorpommern geändert werden. Doch die Landesregierung hat daran bislang kein Interesse, wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des Politikers hervorgeht. „Für die Aufhebung des Friedhofszwangs wird derzeit kein Handlungsbedarf gesehen“, heißt es dort. Außerdem könnten Gemeinden bereits jetzt Beisetzungen außerhalb von Friedhöfen zulassen – allerdings nur im Einzelfall und nur, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Ritter will eine breite gesellschaftliche Diskussion für Reformen im Bestattungsrecht des Landes anstoßen. In anderen Bundesländern seien diese bereits im Gange, sagte er. Bremen hat Anfang dieses Jahres sein Gesetz geändert. Dort ist es nun gestattet, die Asche Verstorbener auf dem eigenen Grundstück zu verstreuen.

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