Hilfe für bedürftige Familien : Urlaubszuschuss endlich neu geregelt

Urlaub mit der Familie: Für viele in MV unbezahlbar.
Urlaub mit der Familie: Für viele in MV unbezahlbar.

Richtlinie nach drei Jahren unterzeichnet. Mehr Geld für bedürftige Familien.

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26. Mai 2017, 20:45 Uhr

Einen Reise für die Sommerferien zu buchen, bleibt für viele Menschen hierzulande ein unerfüllbarer Traum. Denn mehr als jeder fünfte Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern (21,7 Prozent) gilt als arm oder von Armut bedroht. Um das ein bisschen abzufedern, zahlt das Land seit Jahren Urlaubszuschüsse an einkommensschwache Familien. Doch so lange wie es diese Leistung gibt, so lange gibt es auch Kritik daran, dass die im Haushalt dafür eingestellten Mittel – pro Jahr 100 000 Euro – längst nicht in vollem Umfang abgerufen werden. Im Extremfall blieben 2012 fast zwei Drittel (62 000 Euro) liegen.

Die Linke im Landtag kritisierte damals wie auch in den darauffolgenden Jahren immer wieder, dass die Fördermöglichkeit einerseits viel zu wenig bekannt und andererseits auch viel zu hohe Hürden vor die Gewährung der Zuschüsse gesetzt wurden.

Bereits seit 2014 wurde deshalb an einer Novellierung der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Familienerholungsmaßnahmen“ gearbeitet. Ein erster Entwurf musste 2015 nach Änderungen durch den Sozialabschluss ein zweites Mal in die Trägerabsprachen gehen. Dann gab es 2016 umfangreiche Hinweise des Landesrechnungshofes, die zur erneuten Überarbeitung der Richtlinie und der dazugehörigen Vordrucke führte.

Erst jetzt, nach mehr als drei Jahren, konnte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD), die 2014 noch gar nicht im Amt war, die neue Richtlinie unterzeichnen. Angewandt wird sie indess schon seit Jahresbeginn, wie ein Ministeriumssprecher erklärte. Seitdem beteiligt sich das Land in der ersten Urlaubswoche mit 30 statt bisher 20 Euro pro Person an den Übernachtungskosten. Danach sinkt der Zuschuss bis auf 15 Euro für die 14. Übernachtung. „Für einen einwöchigen Urlaub erhält eine vierköpfige Familie nunmehr einen Landeszuschuss von 840 statt bisher 560 Euro“, so Drese. Anspruchsberechtigt seien Familien und Alleinerziehende mit Bezug von Hartz IV, Wohngeld, Kindergeldzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Ausgezahlt wird das Geld an die Träger der Familienerholungsmaßnahmen, das sind in erster Linie Jugendherbergen und die großen Wohlfahrtsverbände. Bei ihnen müssen sich Eltern auch für die mindestens fünf-, höchstens 14-tägige Reise anmelden. Und damit sollten sie sich beeilen: Von den für 2017 zur Verfügung stehenden 100 000 Euro sind bereits 74 000 vergeben.

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