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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 15:26 Uhr

Tourismus : Urlaubsglück beginnt am Strand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer Kinder hat und ausruhen will, fühlt sich am Wasser am besten aufgehoben / Experten sehen hier noch mehr Potenzial

Ferien am Strand sind aus Expertensicht bei den Deutschen deshalb so beliebt, weil sie auf einen Schlag ihre wichtigsten Urlaubwünsche erfüllen. „Zwei Drittel wollen Sonne, Wärme und schönes Wetter – das ist ein sehr wichtiges Urlaubsmotiv“, sagte die Soziologin Bente Grimm vom Kieler Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa.

Ein Strandbesuch werde vielen Sehnsüchten gerecht: entspannen, braunwerden, eine attraktive Landschaft genießen. „Die Ergebnisse der Reiseanalyse, für die mehr als 7500 in Deutschland lebende Personen ab 14 Jahre befragt wurden, zeigen, dass Baden für die Urlaubsreisenden superwichtig ist“, sagte Grimm. „Und Baden im Meer ist etwas Anderes als Baden im Pool.“

2013 wurden 29,8 Millionen Reisen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung als Strand- oder Badeurlaub bezeichnet. Je jünger die Urlauber sind, desto wichtiger sind Strand- und Badeurlaube. „Tendenziell gehören Strandurlauber eher zu den Ausruhurlaubern“, sagte die Tourismusexpertin. „Und für Kinder gehört im Sand zu buddeln einfach zu einem schönen Urlaub dazu.“

Bei Älteren stehe Strandurlaub aus verschiedenen Gründen nicht so hoch im Kurs. „So ist für sie der Aufenthalt in der Hitze anstrengender.“ Zudem sei für Leute, die nicht mehr arbeiten, Entspannen nicht mehr ganz so wichtig. Stattdessen rücken kulturelle Attraktionen, Naturerlebnisse und Gesundheitsangebote in den Vordergrund.

52 Prozent der Deutschen machten laut „Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen„ in den letzten drei Jahren Strand- oder Badeurlaube. 59 Prozent interessieren sich in den nächsten drei Jahren auch dafür.

„Das Potenzial wächst tendenziell eher weiter, während das Interesse an bloßem Ausruhurlaub sinkt“, sagte Grimm. „Winterurlaub in der Sonne ferner Länder kommt für viele infrage, aber nur wenige setzen dies auch in die Tat um. Man braucht dafür eben Geld und Zeit.“

Pro Person und Urlaubsreise wurden im vorigen Jahr durchschnittlich 906 Euro ausgegeben, sagte Grimm, bei Strand-/Badeurlauben sogar 1044 Euro. „Nachdem die Ausgaben jahrelang immer gestiegen waren, gab es 2013 erstmals einen kleinen Rückgang.“

Urlaub bleibe aber so etwas wie ein heiliges Gut der Deutschen. „Auf eine Urlaubsreise verzichten sie nicht gerne, eher auf den einen oder anderen Restaurantbesuch.“ Insgesamt sei die Urlaubsreiseintensität in Deutschland unglaublich hoch, sagte Grimm. Jahr für Jahr machten drei von vier Deutschen eine oder mehrere Urlaubsreisen mit mindestens fünf Tagen Dauer. „Das stagniert auf hohem Niveau, viel Luft nach oben ist da nicht.“

Die meisten Urlauber seien sehr reiseerfahren. „Die Ansprüche wachsen immer mehr. Die Urlauber erwarten mindestens das, was sie auf der letzten Reise an Komfort hatten“, sagte Grimm.

„Übrigens ist Deutschland immer noch Reiseweltmeister, auch wenn Statistiken der Welttourismusorganisation dies den Chinesen zuschreiben.“ Bei denen würden aber auch die Reisen nach Hongkong mitgezählt – das ergebe kein realistisches Bild.


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