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Mecklenburg-Vorpommern

13. Dezember 2017 | 16:09 Uhr

Abenteuerurlaub vor Ort : Urlaub mal anders!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Runter von der Hängematte! Ferien im Liegestuhl war gestern. Heute wollen Reisende etwas erleben. Dass man für einen Abenteuerurlaub nicht weit reisen muss, zeigen folgende Ausflugstipps

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2015 | 12:00 Uhr

Na? Haben Sie auch Lust dieses Jahr im Urlaub zu wwoofen? Zu wwoof-was? Ja. Das ist kein Tippfehler. Wwoofen ist der neue Trend bei Aktivurlaubern. Entspannen am Strand kann jeder. Adventure-Urlaub schön und gut. Aber wer wirklich Land und Leute kennen lernen will, der wwooft. Was in Australien und Südamerika schon lange Gang und Gebe ist, wird auch in Mecklenburg-Vorpommern immer beliebter: Das Arbeiten auf Bauernhöfen gegen Kost und Logis.

Wwoof steht für „World-Wide Opportunities on Organic Farms“ und heißt frei übersetzt „weltweite Möglichkeiten auf Biobauernhöfen“. Das Prinzip ist simpel: Ökologisch bewirtschaftete Farmen auf der ganzen Welt bieten Reisenden vorrübergehend Essen und einen Schlafplatz an, wenn diese dafür auf dem Hof mit anpacken. Über eine Internetseite können die Arbeitswilligen, intern „Wwoofer“ genannt, sich die passenden Höfe auf ihrer Reiseroute aussuchen. In Deutschland gibt es mehr als 400 Wwoofhöfe. 57 sind es derzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Einer von ihnen gehört Uwe Fischer und seiner Familie. Weit weg von Straßen- und Großstadtlärm liegt der Hof eingebettet in den Wäldern und Seen der Mecklenburgischen Seenplatte am Ortseingang von Blankenförde bei Neustrelitz. Fünf Hühner und zwei Hunde laufen über die Wiesen, die Schweine grunzen und der Esel hängt neugierig seinen Kopf über der Zaun.

„Die Landwirtschaft bringt uns nichts außer Arbeit ein, macht uns aber einfach Spaß. Ohne sie würden wir das Landleben nicht so genießen“, erzählt Fischer. Hauptberuflich betreiben er und seine Frau einen Campingplatz, einen Kanuverleih und eine Gastronomie. Viel zu tun für die Eltern von zwei kleinen Kindern. So kamen die Fischers vor drei Jahren zum Wwoofen. „Meine Frau hat in Australien selbst auf fremden Höfen geholfen. Da haben wir uns gedacht, so etwas könnten wir auch hier gebrauchen.“ Seitdem laden sie jeden Sommer die unterschiedlichsten Wwoofer auf ihre Farm ein. Zur Zeit arbeitet die 18-jährige Rebecca van den Hoeven aus den Niederlanden auf dem Hof. Heckenpflege, Rasenmähen, Stallarbeit, Heuernte, Reparaturarbeiten – vier Stunden muss Rebecca am Tag schuften. Dafür kann sie in einem gemütlichen Wohnwagen nächtigen.

Zwischen 18 und 70 Jahre seien die Wwoofer in der Regel alt. „Die eine Hälfte kommt aus Deutschland und die andere aus China, Brasilien, Australien, Spanien, Afrika und so weiter. Von völlig chaotisch bis absolut in sich gekehrt hatten wir schon alles. Aber es waren immer sehr liebe Menschen“, sagt Fischer. Die einen kommen, um etwas zu erleben, die anderen suchen nach dem Sinn des Lebens oder einer Alternative zur Konsumgesellschaft. Jeder könne seine eigene Persönlichkeit und Vorlieben auf dem Hof einbringen. „Wir hatten einen Wwoofer, der aus den Sachen, die er fand Traumfänger gebastelt hat. Ein anderer war Opernsänger und sang abends vor unseren Gästen. Es ist spannend die unterschiedlichsten Menschen kennen zu lernen. Jeder hat eine andere Sicht auf das Land und unseren Hof.“

Durch die direkte Integration in den Farmbetrieb ermöglicht Wwoof Einblicke in die von Kleinbauern getragene ökologische Landwirtschaft. Gleichzeitig soll, so die Organisatoren, eine Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten entstehen. Es geht nicht nur darum, zu reisen und zu arbeiten, sondern auch darum, ein Bewusstsein für ein nachhaltigen Lebensstil zu schaffen. Doch Fischer sieht das entspannt: „Wir sind keine Öko-Hardliner, Fanatiker oder Vegetarier. Wir sind alltagstaugliche realistische Idealisten mit Herz.“

Pilgern in MV statt Spanien

„Ich bin dann mal weg“, schrieb einst Hape Kerkeling und machte sich auf den (Jakobs-)Weg. Seitdem pilgern jährlich Tausende Menschen nach Santiago de Compostela in Spanien, dem angeblichen Grab des Apostels Jakobus. Doch wer pilgern will, braucht dafür nicht extra bis nach Frankreich oder Spanien zu reisen. Das Wegenetz führt nämlich auch durch MV. Die Via Baltica beispielsweise läuft durch Usedom, Greifswald, Rostock und Wismar. Durch die Schönheit MVs Seenlandschaft leitet der Pilgerweg „Mecklenburgische Seenplatte“. Infos gibt es unter www.kirche-mv.de.

FÜR WEN:
Für jeden, der gerade vor einer wichtigsten Entscheidung steht, Zeit zum Nachdenken braucht, entschleunigen oder einfach mal in sich kehren will und gut zu Fuß ist.

UNBEDINGT MITNEHMEN:
Abgesehen von einem Schlafsack, bequemen Wanderschuhen, Blasenpflastern und Sonnenmilch am besten ein Tagebuch, um alle Gedanken festzuhalten. Ansonsten braucht es nicht viel zum Pilgern. Es geht ja hauptsächlich darum, in sich hineinzuhorchen. Da ist alles, was ablenkt, unnützer Balast. Also Handy, Tablet und MP3-Player können ruhig zu Hause bleiben.

Die Traumyacht für Bello und Co.

WAS?
Für viele Menschen ist der Hund ein Familienmitglied, den sie auch im Urlaub nicht missen wollen. Hotels und Ferienwohnungen, die Tiere erlauben, gibt es viele. In Buchholz an der Müritz gibt es bei der Buchung von einem Hausboot jedoch sogar ein spezielles Vierbeiner-Angebot. Der Yachtcharter Römer erhielt immer wieder Anfragen, ob Hunde auf die Boote mitgenommen werden könnten. Doch leider sind viele Schiffe, Yachten oder Hausboote ungünstig für den Liebling gebaut. Daher bietet das Unternehmen spezielle Charter-Hausboote mit einem niedrigen Einstieg an. Nun können Hunde mit der „Bello-Traumyacht“ oder dem ersten „Dog-Ship“ in See stechen.

FÜR WEN?
Tierliebhaber, die nicht ohne Bello in See stechen wollen.

UNBEDINGT MITNEHMEN
Das Haustier und das nötige Kleingeld. Pro Tier berechnet das Unternehmen eine Zusatzpauschale von 50 Euro für die Reinigung, so eine Sprecherin.

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