In Klein Labenz sanften Tourismus entwickeln : Urlaub in früheren Produktionshallen

<fettakgl>Axel Willsch</fettakgl> vor den früheren Kopa-Produktionshallen in Klein Labenz. Hier soll ein Ferienpark entstehen.
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Axel Willsch vor den früheren Kopa-Produktionshallen in Klein Labenz. Hier soll ein Ferienpark entstehen.

„Es war grauenvoll", erinnert sich Gudrun Nehk. Sie und ihr Mann Hans-Jürgen wohnen im früheren Verwaltungsbau der Firma Kopa in Klein Labenz. Das Unternehmen war in den Konkurs gegangen, das Betriebsgelände verwaist.

svz.de von
18. Juli 2012, 12:00 Uhr

Klein Labenz | "Es war grauenvoll", erinnert sich Gudrun Nehk. Sie und ihr Mann Hans-Jürgen wohnen im früheren Verwaltungsbau der Firma Kopa in Klein Labenz. Das Unternehmen war in den Konkurs gegangen, das Betriebsgelände seitdem verwaist. "Wir haben nach einer anderen Wohnung gesucht", so Gudrun Nehk. Jetzt kann sie hier wohnen bleiben und ist die Erste, die für den Neuanfang auf dem Gelände gebraucht wird. Aus dem ehemaligen Betrieb soll ein Feriendorf werden. Und Gudrun Nehk, die wie viele aus dem Ort einst im großen FDGB-Ferienobjekt arbeitete, hat zumindest schon wieder eine geringfügige Beschäftigung als "Mädchen für alles", wie ihr Chef Axel Willsch sagt. "Für uns war es ein Segen...", so die Labenzerin.

"Ziel ist, aus dem gesamten Areal ein Urlauber-Eldorado zu machen", sagt Axel Willsch, der zusammen mit Jens Buse neuer Eigentümer des früheren Industriegeländes ist. Im Zuge des Zwangsverwaltungsverfahrens erhielten sie die Anfrage, ob sie das Objekt verwalten wollen. Dabei ging es insbesondere um Ferienwohnungen am Rande des Objekts in Richtung Labenzer Badestrand.

Willsch und Buse entschlossen sich indes, das gesamte vier Hektar große Areal einschließlich aller Industriehallen zu übernehmen und zu investieren. Ihr Kerngedanke lautet: Sanfter Tourismus.

Komplett wieder neu hergerichtet sind die neun Ferienwohnungen. Sie werden auch vermietet. Im Juni waren sie schon 50 Prozent ausgelastet, im Juli zu 90 Prozent. "Täglich kommen neue Anfragen", so Willsch. Ziel sei es, vor allem auch außerhalb der Saison stärker ins Geschäft zu kommen.

Für die derzeit noch leer stehenden Gebäude - einschließlich der Produktionshallen - gibt es Pläne. In dem derzeit laufenden Planungsverfahren mühen sich die Investoren um grünes Licht von den Behörden, dass sie Nutzungen verändern dürfen.

Das Verwaltungsgebäude soll zur Pension mit Gaststätte werden, wo es Kaffee und Frühstück für die Gäste gibt.

Aus einer früheren Produktionshalle soll quasi ein überdachter Zeltplatz werden. Also etwas für Campingfreunde, die auch in der kühleren Jahreszeit die Vorzüge der Leinwandvilla zu schätzen wissen, ohne den Unbilden des Wetters ausgesetzt zu sein. Integriert werden Sanitär- und Kochbereich.

Der Garagentrakt soll auch weiterhin für Fahrzeuge genutzt werden. Hier stellen die beiden Besitzer des Feriencamps voraussichtlich auch einige Oldtimer wie Trabant und Schwalbe unter, die dann mit für die Betreuung der Gäste genutzt werden können.

In einer Halle soll ein Indoorspielplatz aufgestellt werden, erklärt Willsch weiter. Die Teile dafür liegen bereit. Die Eigentümer der Labenzer Anlage haben schon konkrete Pläne, auch spezielle Kinderferienlager für sozial Schwache zu veranstalten.

Den Namen "Wanabi" für ihr Feriendorf haben sich Willsch und Buse als Markennamen schützen lassen. So nannten sich Ureinwohner, die einst an der Warnow gesiedelt haben, erklärt Willsch.

"Mir ist es ganz wichtig, dass Mecklenburg bekannt gemacht wird", so Willsch, der übrigens in Güstrow geboren und in Sternberg aufgewachsen ist. Und dass neue Arbeitsplätze entstehen. Seine Kinder haben wie die vieler anderer Mecklenburger das Land auf der Suche nach Jobs verlassen.

Willsch weiß übrigens: Bei großen Reiseveranstaltern gibt es immer wieder Nachfragen nach Klein Labenz, das viele aus dem Osten Deutschlands aufgrund des ehemaligen großen Gewerkschaftsferienheims als Urlaubsparadies in Erinnerung haben.


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