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Nach „Felix“ : Unwetter in Norddeutschland klingt ab

vom
Aus der Onlineredaktion

Von größeren Einsätzen nach „Felix“ ist die Feuerwehr im Land seit Samstagabend verschont geblieben.

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2015 | 17:48 Uhr

Nach den heftigen Stürmen vom Wochenende hat sich das Wetter in Mecklenburg-Vorpommern entspannt. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, kam es in der Nacht zu Montag zu keinen Unfällen oder Schäden durch Unwetter. Am Montagnachmittag könnten jedoch neue Sturmböen auf die Ostseeküste treffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet besonders um die Ostseeinsel Rügen herum mit Sturmböen der Windstärke zehn.

Update Sonntag:
Das Orkantief „Felix“ hat am Samstag über Mecklenburg-Vorpommern gewütet. Der heftige Sturm legte einige Bahnstrecken lahm und entwurzelte vielerorts Bäume. Der Schwerpunkt der Schäden lag im Westen des Landes in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock sagte. In der Nacht zum Sonntag verwandelten sich die nassen Straßen bei Rostock zu Eisflächen und sorgten für mehrere Verkehrsunfälle. Bei Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) fiel der Deutschen Bahn zufolge ein Baum auf die Oberleitung der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Schwerin. In der Schweriner Innenstadt deckte der Sturm das Dach eines Hauses ab. Wegen herabgestürzter Dachteile war eine Durchfahrt unmöglich.

Zwischen Rehna und Nesow (Nordwestmecklenburg) stürzte ein Baum auf die Bundesstraße 104 und behinderte die Autofahrer. Auf der Kreisstraße 42 zwischen Lübstorf und Hundorf riss ein umgestürzter Baum mit seinem Wurzelballen zudem ein großes Loch in die Fahrbahn. In den östlichen und zentralen Landesteilen verzeichnete das Polizeipräsidium Neubrandenburg von Samstagmorgen bis Mitternacht insgesamt 55 Einsätze wegen des Sturmes. Meist mussten Straßen abgesperrt werden, auf denen umgestürzte Bäume die Weiterfahrt blockierten. In Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) fiel ein Baum auf ein Wohnhaus. Ein Strommast kippte in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) auf die Fahrbahn. In Ralswiek (Landkreis Vorpommern-Rügen) wurde ein Auto durch einen umgestürzten Baum beschädigt. Zudem ereigneten sich mehrere witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Von größeren Einsätzen nach „Felix“ ist die Feuerwehr im Land seit Samstagabend jedoch weitgehend verschont geblieben. Das Lagezentrum Schwerin berichtete lediglich von mehreren umgefallenen Bäumen. Nach Orkantief „Felix“ blieb es am Sonntag stürmisch im Nordosten: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte weitere, teilweise schwere Sturmböen prognostiziert.

Die Polizei warnte unterdessen am Sonntag vor glatten Straßen durch Schneeschauer und Blitzeis: Bereits am frühen Morgen zählte das Polizeipräsidium Rostock innerhalb von drei Stunden sechs Unfälle auf der Autobahn 19 zwischen den Anschlussstellen Glasewitz und Laage. Bei den Unfällen wurden eine 27-jährige Berlinerin und ein 47-jähriger Rostocker leicht verletzt. Für die Bergung der Fahrzeuge wurde die A19 in Richtung Rostock zeitweise vollständig gesperrt.

 

 

Das Sturmtief „Felix“ hat am Samstagmittag Mecklenburg-Vorpommern erreicht und unter anderem Bäume entwurzelt. Der Schwerpunkt der Schäden liege im Westen des Landes in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings meldete auch das Polizeipräsidium Neubrandenburg aus Vorpommern umgestürzte Bäume. Einen Überblick über die Schäden gab es zunächst nicht. Bislang sei es bei Sachschäden geblieben. Wie die Deutsche Bahn berichtete, stürzte am Nachmittag im Bereich Hagenow ein Baum auf die Oberleitung der vielbefahrenen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Schwerin. Die Strecke wurde gesperrt. Wie lange die Sperrung dauern werde, konnte eine Sprecherin nicht sagen. Auch sei noch nicht geklärt, ob wegen des Sturms ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden könne. In der Schweriner Innenstadt deckte der Sturm das Dach eines Hauses ab. Wegen der herabgestürzten Dachteile war eine Durchfahrt unmöglich. Zwischen Rehna und Nesow (Nordwestmecklenburg) stürzte ein Baum auf die Bundesstraße 104 und behinderte die Autofahrer. Auf der Kreisstraße 42 zwischen Lübstorf und Hundorf riss ein umgestürzter Baum mit seinem Wurzelballen zudem ein großes Loch in die Fahrbahn.

Zwischen Freitagabend und Samstagmorgen mussten Polizei und Feuerwehr kaum wetterbedingt ausrücken, wie eine Umfrage bei Lagezentren der Polizei ergab. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor für große Teile des Landes ein Unwetterwarnung ausgesprochen. Diese sollte bis zum Samstagabend anhalten. Der DWD prognostizierte zunehmend Sturm- und schwere Sturmböen bis 100 Stundenkilometer sowie teilweise orkanartige Böen um 110 Stundenkilometer.

 

"Elon"
Mit Sturmspitzen von bis zu 131 Kilometern pro Stunde ist Sturmtief „Elon“ am Freitag über Mecklenburg-Vorpommern hinweggefegt. Er riss zahlreiche Bäume um, immer wieder mussten Straßen gesperrt werden. In Wismar stürzte eine Pappel auf ein parkendes Auto. Verletzte gab es nach Angaben der Polizei nicht. Mehrere Bahnstrecken wurden für mehrere Stunden unterbrochen, weil Bäume auf Gleise oder Stromleitungen stürzten, etwa zwischen Rövershagen und Graal-Müritz, Bützow und Güstrow sowie Ludwigslust und Lüblow. Die Züge von Bad Kleinen nach Lübeck fuhren nur bis Grevesmühlen, wie ein Bahnsprecher sagte.

Im Ostsee-Ferienort Zierow riss der Sturm eine Tanne um, in Wismar eine Baustellen-Umzäunung am Polizeirevier. Starker Regen verursachte Unfälle, so auf der A20 bei Wismar. „Die Notrufleitungen glühen“, sagte ein Mitarbeiter der Rettungsleitstelle Westmecklenburg in Schwerin. In Rostock blieben Fähren im Hafen, die Reederei Scandlines sagte ihre Abfahrten nach Gedser in Dänemark bis 20.00 Uhr ab. Landesweit wehte der Sturm Mülltonnen und Werbetafeln um.

Die stärkste Böe wurde auf Hiddensee mit 131 Stundenkilometern gemessen, wie ein Meteorologe des Wetterdienstes Meteomedia sagte. Gegen 14.00 Uhr ließ „Elon“ den Nordosten dann hinter sich. Kurz darauf hob der Deutsche Wetterdienst seine am Morgen herausgegebene Unwetterwarnung für die Küsten-Landkreise auf. „Elon“ tobte aber auch tief im Binnenland - dort hatte es keine amtliche Unwetterwarnung gegeben.


 

„Die Reviere hier haben alle Hände voll zu tun“, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, Klaus Wiechmann, am Mittag. Viele Bäume seien umgestürzt, mehrere Bundesstraßen in der Region mussten kurzzeitig gesperrt werden. Bei Varchentin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) drückte eine Böe einen Lastwagen von der Bundesstraße 194. Der Fahrer blieb unverletzt, der Lastwagen war aber so stark beschädigt, dass er mit schwerer Technik geborgen werden musste. Dafür wurde die B194 südlich von Stavenhagen mehrere Stunden gesperrt. Der Schaden wurde auf rund 30 000 Euro geschätzt. Auch auf der A19 kam nahe des Kreuzes Rostock wegen des Sturms ein Lastwagen von der Fahrbahn ab. Der Schaden dort: 4000 Euro. Bei Plau erfasste eine Böe einen Lkw, der eine Böschung hinunterrutschte.

Auf der A20 bei Jarmen (Vorpommern-Greifswald) wurde ein Lastwagen von einer Sturmböe erfasst und durch die Mittelleitplanke gedrückt. Er kippte um und blockierte die Überholspuren beider Fahrtrichtungen. Der Fahrer blieb unverletzt. Auf der Bundesstraße 5 bei Pritzier fuhr ein PKW gegen einen umgestürzten Baum. Der Fahrer blieb unverletzt, am Fahrzeug entstand Sachschaden. In Parchim schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Das Haus wurde beschädigt, verletzt wurde niemand.

Auch in der Prignitz und Brandenburg wütete der Sturm
In Prenzlau deckte der Sturm das komplette Dach einer Schule ab. Alle 300 Kinder wurden unverletzt in Sicherheit gebracht.
In der Prignitz hielt der Sturm die Feuerwehren in Atem. Zahlreiche Bäume knickten um und versperrten die Straßen. Für Sonnabend wird die Warnung auf einen neuen Höhepunkt gesetzt. Örtlich sind Böen im Bereich von 100-125 km/h möglich!

 

Tipps der Feuerwehr

Wie sichere ich mein Wohnhaus und Grundstück?

Sichern Sie Ihr Gebäude - achten Sie vor allem auf möglicherweise bereits vorhandene Beschädigungen. Schwachstellen können lose Ziegel, Schornsteine oder Dachrinnen sein. Schützen Sie Keller und Niedergänge rechtzeitig vor eindringendem Wasser, wenn in ihrer Gegend Überflutungsgefahr besteht. Achten Sie darauf, dass Rückschlagventile im Keller funktionsfähig sind. Sichern Sie Balkone und Terrassen so, dass Möbel oder Pflanzen nicht umhergewirbelt werden können. Entfernen Sie Laub aus Wassereinläufen wie Gullys oder Abflussrinnen.

Wo soll ich das Auto abstellen?

Stellen Sie Fahrzeuge vorausschauend und sicher ab. Bei älteren Gebäuden, Baustellen oder morschen Bäumen kann der Wind Teile lockern, die dann eventuell auf das Auto herabstürzen können.

Muss ich etwa auf meinen Waldspaziergang verzichten?

Verlassen Sie während des Unwetters das Haus möglichst nicht. Meiden Sie Wälder und Alleen - nicht nur während, sondern auch nach dem Orkan. Instabile Bäume und herab fallende Äste gefährden Sie auch in den Stunden danach.

Ich muss mit dem Auto fahren – was sollte ich beachten?

Wenn Sie Autofahrten nicht vermeiden können: Passen Sie ihre Fahrgeschwindigkeit an. Achten Sie auf unvorhergesehene Hindernisse wie umher fliegende Gegenstände oder abgebrochene Äste. Beim Ein- und Aussteigen sollte man die Fahrzeugtüre vorsichtig öffnen und den Griff fest in der Hand halten. Windböen können sonst die Türe aufreißen und erheblichen Schaden anrichten.

Seitenabstand beachten: Vor allem auf Landstraßen können Böen selbst Schwerfahrzeuge wie Lkw oder Busse um mehr als einen Meter versetzen. Im schlimmsten Fall landet man plötzlich im Straßengraben oder gerät auf die Gegenfahrbahn. Dachlasten oder Aufbauten, die eine breite Angriffsfläche bieten, können auch dazu beitragen, dass das Fahrzeug vom Sturm verrissen wird. Dachlasten und Anhänger sollten daher an stürmischen Tagen vermieden werden. Der Schwerpunkt sollte möglichst tief liegen, das Gewicht auf beide Fahrzeugachsen verteilt sein.

Wenn man von einer Sturmböe erfasst wird: Ruhe bewahren. Jede heftige Bewegung mit dem Lenkrad macht das Fahrzeug nur noch instabiler. Um das Auto wieder zurück auf die Spur zu bringen, nur gefühlvoll gegenlenken.

Achtung: Erhöhte Gefahr bei Brücken oder Tunnelausfahrten durch Fahrbahnglätte.

Bei mir ist ein Schaden entstanden – wann rufe ich den Notruf?

Allgemein gilt: Melden Sie Gefahrenstellen und Schäden, bei denen Sie Hilfe brauchen, unter der Notrufnummer 112. Bitte melden Sie Schäden, von denen keine akute Gefahr ausgeht, erst nach dem Ende des Unwetters.

Es muss mit schweren Sturmböen bis 100 km/h gerechnet werden, vereinzelt sind auch orkanartige Böen zwischen 105 und 115 km/h, an exponierten Küstenabschnitten auch Orkanböen bis 130 km/h (Bft 12) möglich. Auch hier wird wieder vor Schäden durch herabfallende Äste gewarnt. Erst in der Nacht zum Sonntag nimmt der Wind so weit ab, dass keine Gefahr von unwetterartigen Böen mehr besteht. Wind- bzw. Sturmböen wird es aber weiterhin geben.

Beaufort-Tabelle

0 Beaufort - Windstille

Es ist kein Wind zu bemerken, die See ist spiegelglatt.

1 Beaufort - leiser Zug

1 Beaufort ist kaum zu bemerken. Rauch treibt leicht ab, Wasser kräuselt sich, Fahnen bleiben aber unbewegt

2 Beaufort - leichte Brise

Blätter rascheln, auf See zeigen sich kleine Wellen.

3 Beaufort - schwache Brise

Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt.

4 Beaufort - mäßige Brise

Zweige bewegen sich, loses Papier wird vom Boden gehoben.

5 Beaufort - frische Brise

Größere Zweige und Bäume bewegen sich,  der Wind deutlich hörbar.

6 Beaufort - starker Wind

Dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen an Drahtseilen.

7 Beaufort - steifer Wind

Bäume schwanken beim beim Gehen merkt man den Widerstand gegen den Wind.

8 Beaufort - stürmischer Wind

Schon bei Windstärke 8 kann es im Wald gefährlich werden: Zweige brechen von Bäumen, große Bäume durchgeschüttelt. Auf See kommt es zu hohen Wellenbergen.

9 Beaufort - Sturm

Äste brechen und es entstehen oft kleinere Schäden an Häusern: Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht. Windstärke 9 macht sich auf See mit hohen Wellen und Gischt bemerkbar.

10 Beaufort - schwerer Sturm

Schon ein schwerer Sturm von Stärke 10 kann hohe Schäden verursachen: Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen. An Häusern können größere Schäden entstehen. Was nicht fest ist, kann vom Sturm erfasst werden: Häufig werden Gartenmöbel weggeweht. Auf See kommt es zu Brechern.

11 Beaufort - orkanartiger Sturm

Heftige Böen können  schwere Sturmschäden verursachen. In Wäldern können Bäume gefällt werden. In schlimmen Fällen werden Dächer abgedeckt und selbst dicke Mauern werden beschädigt. Vorsicht auch im Straßenverkehr: Autos werden aus der Spur geworfen -  Gehen wird nahezu unmöglich gemacht. Stärke 11 kommt fast nur an den Küsten und auf See vor, selten im Landesinneren. Sehr hohe Wellen erschweren die Seefahrt.

12 Beaufort - Orkan

An Land können durch Orkane schwerste Sturmschäden und Verwüstungen entstehen. Sie  sind  aber sehr selten im Landesinneren. Stärke 12 sorgt auf dem Meer für außergewöhnlich schwere See - die Sicht ist durch Gischt nahezu unmöglich.

 

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