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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 05:30 Uhr

Jasmunder Bodden : Unterwasser Nationalpark

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Experten für umfassenden Schutz archäologischer Fundstellen in der Ostsee

Zum besseren Schutz von Schiffswracks und anderen archäologischen Fundstellen in der Ostsee hat der Archäologie-Taucher Reinhard Öser die Ausweisung eines Unterwasser-Nationalparks im Jasmunder Bodden vorgeschlagen. Der Status als Nationalpark würde den Behörden deutlich bessere Möglichkeiten im Kampf gegen Wrack räuberei und Vandalismus eröffnen, sagt Öser . „Nach dem Vorbild der Nationalparke an Land könnten Unterwasser-Ranger die Fundstellen überwachen.“ Geführte Tauchtouren könnten die Sensibilität von Touristen für das historische Erbe auf dem Meeresgrund stärken. Schutzzonen um bedeutende Wracks könnten Beschädigungen durch die Schleppnetzfischerei verhindern, so Öser.

Für das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege überprüfen rund 60 ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger regelmäßig gefährdete Fundstellen. Öser ist einer von ihnen. Seine Spezialität sind Kriegsschiffe aus dem 20. Jahrhundert. Öser und andere Taucher fordern den Schutz des Jasmunder Boddens, da dieser, wie die gesamte Gegend um Rügen und Hiddensee, als besonders wrackreich gilt. „Das waren schwer zu besegelnde Gewässer“, so Landesarchäologe Detlef Jantzen.

Wrackräuberei ist ein Pro-blem in der Ostsee, sagt Öser. Auf der Suche nach Devotionalien brechen Taucher Teile von untergegangenen Schiffen ab. Beim Landesverband für Unterwasserarchäologie stößt die Idee des Unterwasser-Nationalparks auf Interesse. Die Landesregierung nimmt die Idee zurückhaltend auf. Das Umweltministerium erklärt, das Land wolle keine weiteren Nationalparks errichten.

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