zur Navigation springen

Vertretungslehrer haben Krankenstand ausgeglichen : Unterrichtslücken fast geschlossen

vom

20 zusätzliche Vertretungslehrer haben im abgelaufenen Schuljahr offenbar weitgehend die Unterrichtslücke geschlossen, die durch einen steigenden Krankenstand an den Grundschulen entstanden ist.

svz.de von
erstellt am 02.Jul.2013 | 06:58 Uhr

Schwerin | 20 zusätzliche Vertretungslehrer haben im abgelaufenen Schuljahr offenbar weitgehend die Unterrichtslücke geschlossen, die durch einen steigenden Krankenstand an den Grundschulen entstanden ist. Das geht aus dem Bericht zur Unterrichtsversorgung hervor, der unserer Zeitung vorliegt. Demnach konnten an den Grundschulen im ersten Schulhalbjahr sechs Prozent des Unterrichts nicht wie im Stundenplan vorgesehen gegeben werden, weil Lehrerinnen krank waren. Hätte die Kranken-Quote wie im Schuljahr 2011/12 bei 5,2 Prozent gelegen, wären rund 11 000 Stunden weniger zur Vertretung angefallen. Rechnerisch konnte die Differenz annähernd durch das Stundensoll der 20 Vertretungslehrer ausgeglichen werden, die Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) im Sommer 2012 als "Springer" eingestellt hatte.

Krankheit der Lehrerinnen und Lehrer ist weiterhin der Hauptgrund, warum regulärer Unterricht vertreten werden muss oder ausfällt - mit steigender Bedeutung auch an den Regionalschulen, den Gymnasien und besonders an den Förderschulen. Zwei von drei Vertretungsstunden fallen inzwischen an, weil Lehrer krank sind. Insgesamt ist der Ausfall regulärer Stunden aber kaum gestiegen. Er lag bei 9,7 Prozent. Ein Großteil davon konnte durch Vertretungen, Stillarbeit oder Klassenzusammenlegungen abgedeckt werden. Vollkommen ausgefallen sind wie im Vorjahreszeitraum nur 2,1 Prozent des Unterrichts. Vor allem an den Grundschulen mussten die Kinder sehr selten nach Hause oder in den Hort geschickt werden.

Über dem Durchschnitt lagen Regional- und Gesamtschulen sowie die Gymnasien. Beim Stundenausfall weiterhin an der Spitze liegen die Berufsschulen. Allerdings sank der Anteil von 5,2 auf 4,8 Prozent. Dennoch kam auf eine Vertretungs- oder Stillarbeitsstunde je eine, die vollkommen unter den Tisch fiel.

Die zusätzlichen Vertretungslehrer an den Grundschulen kosteten das Land bisher rund 1,4 Millionen Euro. Für das kommende Schuljahr will Brodkorb 33 weitere "Aushilfs"-Lehrer einstellen. Zehn von ihnen sollen an den Grundschulen und 23 an übrigen allgemein bildenden Schulen eingesetzt werden. Die Tätigkeit als Vertretungslehrer ist an den Grundschulen auf höchstens drei und an den anderen Schulen auf zwei Jahre begrenzt. Im Anschluss können die Lehrer auf eine Festanstellung an ihrer "Stammschule" hoffen.

Vor einem Jahr startete Brodkorb den Versuch, mit einem Zehn-Punkte-Programm den Unterrichtsausfall an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns zu vermindern. Dazu gehört auch die Forderung an die Schulen und Schulämter, den Schulalltag und das Schuljahr besser zu planen. So sollen die Schulen Klassenfahrten und Wandertage auf wenige Tage konzentrieren. Anscheinend haben sich viele Schulleiter daran gehalten.

Laut Bericht musste an allen Schulen weniger Unterricht vertreten werden, weil einige Klassen aushäusig waren. Auch Fortbildungen für die Lehrer finden offenbar seltener während der Unterrichtszeit statt. Im Vergleich zur Lehrer-Krankheit als Grund für Vertretungsunterricht spielen Klassenfahrten und Fortbildungen allerdings eine untergeordnete Rolle. Auch ein Programm zur Verbesserung der Lehrer-Gesundheit hat Brodkorb angekündigt. Der Erfolg ist bislang nicht nachweisbar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen