Schulen in MV : Unterrichtsausfall fast unverändert

Im Schuljahr 2015/2016 mussten erneut zwei Prozent aller Stunden an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen ersatzlos gestrichen werden.
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Im Schuljahr 2015/2016 mussten erneut zwei Prozent aller Stunden an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen ersatzlos gestrichen werden.

Trotz zusätzlicher Vertretungslehrer geht die Quote nicht noch mehr nach unten

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09. April 2017, 20:40 Uhr

Der Anteil der Ausfallstunden an den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns liegt seit fünf Jahren konstant bei etwa zwei Prozent. Das sind zwar 50 Prozent weniger als noch vor 15 Jahren. Doch trotz der Einstellung von Vertretungslehrern geht der Anteil ausgefallener Schulstunden nicht weiter zurück.

Wie aus der jetzt vorliegenden Unterrichtsstatistik hervorgeht, mussten im Schuljahr 2015/2016 zwei Prozent aller Stunden an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen ersatzlos gestrichen werden. Unberücksichtigt blieben dabei Ausfälle aufgrund von Unwetter oder Lehrerstreik. Wegen Krankheit, Prüfungseinsätzen oder Fortbildungsveranstaltungen mussten Schulleiter bei 10,2 Prozent aller Unterrichtsstunden pädagogischen Ersatz organisieren.

Am ehesten gelang das noch an den Grundschulen. Dort fielen letztlich 0,7 Prozent Unterricht aus. An den Regionalschulen waren es laut Ministerium 2,6, an den Gymnasien 2,8 Prozent. Die größten Lücken enstanden erneut an den Berufsschulen, an denen im Schuljahr 2015/2016 durchschnittlich 5,9 Prozent der Stunden ausfielen. Minimal weniger als im Schuljahr davor.

Birgit Hesse berief jetzt den neuen Landesschulbeirat für zwei weitere Jahre.
Bildungsministerin Birgit Hesse

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) äußerte Verständnis für den Unmut von Eltern, wenn Stunden ausfallen. „Jede ausgefallene Unterrichtsstunde an den Schulen ist eine zu viel“, sagte sie. Das Land habe an allen Schularten Stellen für Vertretungslehrkräfte eingerichtet, um den Ausfall so niedrig wie möglich zu halten und so auch einen neuerlichen Anstieg verhindert. „Darüber bin ich sehr froh“, sagte Hesse. Doch werde es an kleinen Schulen mit wenigen Lehrern immer schwerer, Vertretungsunterricht abzusichern.

Mit dem Ende des Lehrerpersonalkonzepts war die Zahl der Pädagogen in Teilzeit, die unkompliziert Zusatzstunden übernehmen konnten, deutlich gesunken. Seit der von Hesse-Vorgänger Matthias Brodkorb gestarteten „Quereinsteiger“-Kampagne hatte sich der Anteil der Vertretungslehrer verdreifacht von neun auf fast 27 Prozent.

An weiterführenden Schulen springen oft Referendare ein oder Schüler bekommen Aufgaben zum Selbststudium. Beide Maßnahmen verhinderten, dass die Hälfte der zur Vertretung anstehenden Schulstunden wirklich ausfielen. Vertretungslehrer retteten zehn Prozent dieser Stunden, 2011/2012 waren es 4 Prozent gewesen.

Bereits im Vorjahr hatte Linken-Bildungspolitikerin Simone Oldenburg kritisiert, die „Hilfslehrer“ dienten lediglich dazu, die Ausfallstatistik zu schönen.

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