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Kein neuer Kredit für das schweriner Schlossquartier : Unternehmer hadert mit den Banken

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Es gibt in Schwerin kein Bauunternehmen, das in den vergangenen Jahren mehr verfallene Altbausubstanz saniert hat als die Intercom Baumanagement, sagt Dr. Horst Brandt.

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erstellt am 19.Nov.2011 | 04:49 Uhr

Schwerin | Es gibt in Schwerin kein Bauunternehmen, das in den vergangenen Jahren mehr verfallene Altbausubstanz saniert hat als die Intercom Baumanagement, sagt Dr. Horst Brandt. Doch das größte Vorhaben des Projektentwicklers und Investors, das Schlossquartier, liegt seit Wochen brach. Die finanzierende Bank hat dem Schweriner den Geldhahn abgedreht. Laut Dr. Brandt ist das Kreditinstitut nicht bereit, die Mehrkosten am Millionenprojekt in bester Innenstadtlage vorzufinanzieren, die durch die archäologischen Untersuchungen und vor allem durch die zusätzliche Gründung für die geplante Tiefgarage enstanden sind.

"Dabei ist das wirklich Schwierigste am Schlossquartier bereits geschafft", sagt Dr. Brandt enttäuscht. Der einstige Schandfleck in Schlossnähe ist verschwunden. Die Gebäude Buschstraße 16, 18 und 20 erstrahlen ebenso in neuem Glanz wie das Haus Schlossstraße 29. In der Buschstraße seien nur noch drei der zehn Wohnungen nicht verkauft, die Schlossstraße 29 sei so gut wie komplett veräußert. Das nun ausgerechnet am Herzstück des Projektes, der mit rund 30 Stellplätzen geplanten Tiefgarage, aufgrund des "Nein" der Bank ein Baustopp kam, ärgert Dr. Brandt maßlos. "All das, was in der Wirtschafts- und Finanzkrise immer über die Rolle der Banken gesagt wurde, trifft voll zu. Ich habe es selbst erlebt", sagt der Unternehmer. Denn angesichts der Parkplatzsituation in der Innenstadt sei die Tiefgarage notwendig - und auch gefragt. "Ich hatte bereits 20 verbindliche Reservierungen für die Stellplätze", sagt Dr. Brandt. Und das, obwohl sich die geplanten Stellplatzkosten aufgrund der zusätzlich eingeforderten statischen Maßnahmen erheblich erhöht hätten. "Für mich ist es unverständlich, dass die Bank angesichts dieser Fakten die Finanzierung abgelehnt hat", sagt der Schweriner kopfschüttelnd. Mit mehr als zehn weiteren Banken habe die Intercom inzwischen verhandelt. Doch keine wolle das Vorhaben im Herzen der Landeshauptstadt finanzieren.

Dennoch schreibt Dr. Brandt das Schlossquartier noch nicht ab. Die Baugenehmigung liege vor, er sei alleiniger Besitzer des Grundstücks, die Baugrube für die Tiefgarage sei fertig und voll bezahlt. "Wir stehen in Verhandlungen mit mehreren Kaufinteressenten", sagt der Intercom-Chef. "Im Frühjahr soll es weiter gehen."

Sanierungsbeginn in Zippendorf für März 2012 geplant

Einen weiteren Baustart soll es bereits im März am ehemaligen Kurhotel geben, wenn es nach dem Schweriner Unternehmer geht. Der gültige Bebauungsplan sieht zwar noch eine Hotelnutzung vor. Doch Dr. Brandt will lieber ein Alten- und Pflegeheim mit 75 Betten, für das er unter 14 Betreibern auswählen kann, die sich beworben hätten, sagt er. "Wenn die Politik der B-Plan-Änderung zustimmt, kann es im Frühjahr losgehen", so Dr. Brandt. "Aus unserer Sicht steht die Finanzierung."

Nur einige hundert Meter vom Kurhotel entfernt verfällt das Strandhotel. Das Kaufangebot der Intercom und deren Partner in Höhe "von deutlich mehr als einer Million Euro" habe die Bank, der das Areal gehört, als zu niedrig abgelehnt. "Aus unserer Sicht ist das Strandhotel heute nur noch 750 000 Euro wert. Ich weiß nicht, ob die Bank noch einen Käufer findet", sagt Dr. Brandt. Auch hier habe ein Kreditinstitut eine Investition gebremst. Nein, auf die Bankwirtschaft sei er wirklich nicht gut zu sprechen. Aber er sei ein Kämpfer, betont der Unternehmer. "Doch man ist eben nicht allein auf der Welt."

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