Regionalverband Hagenow-Ludwigslust : Unternehmer gehen getrennte Wege

Unternehmer aus der Hagenower Region während einer Veranstaltung des bisherigen Verbandes. Nun gibt es einen neuen Verband, und alle Unternehmer können sich entscheiden.
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Unternehmer aus der Hagenower Region während einer Veranstaltung des bisherigen Verbandes. Nun gibt es einen neuen Verband, und alle Unternehmer können sich entscheiden.

Monatelang wurde gestritten, getagt, gab es Versammlungen und Beschlüsse, Mahnungen und jede Menge Anrufe. Etliche Unternehmer der Region fühlen sich durch ihren bisherigen Mutterverein nicht mehr vertreten.

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11. Mai 2012, 10:34 Uhr

Ludwigslust | Monatelang wurde gestritten, getagt, gab es Versammlungen und Beschlüsse, Mahnungen und jede Menge Anrufe. Nunmehr ist klar, etliche Unternehmer der Region Hagenow-Ludwigslust fühlen sich durch ihren bisherigen Mutterverein "Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e. V." nicht mehr vertreten und wollen mit einem neuen Verband ihren eigenen Weg gehen. Das bestätigte die inzwischen zurückgetretene Regionalleitung der Schweriner Volkszeitung. Zugleich wurde der bereits gegründete neue Unternehmerverband West-Mecklenburg aktiviert. In einem Schreiben an die über 100 Mitglieder des bisherigen Verbandes in der Region heißt es: "Ein Großteil der Führung des Verbandes, zu dem wir bisher gehört haben, hat unsere Argumente zur vernünftigen Zusammenführung der Regionalverbände Parchim und Ludwigslust nicht akzeptiert. Dies konnten wir im Sinne unserer Mitglieder nicht mehr hinnehmen." Hintergrund des Streits war die offenbar von der Schweriner Führung geforderte schnelle Zusammenlegung der Regionalverbände auf Grundlage der Kreisgebietsreform. Das wollte zunächst die Regionalleitung, dann aber auch die Masse der Mitglieder nicht einsehen. So wurde bereits am 1. März von 80 anwesenden Mitgliedern beschlossen, nicht in großer Eile mit der Parchimer Region zusammengeführt zu werden.

"Ab sofort gibt es den Unternehmerverband West-Mecklenburg e. V., und wir laden alle Unternehmer ein, ab sofort in diesem regional orientierten Wirtschaftsverband mitzuarbeiten." Mit dem neuen Verein, so heißt es in dem Schreiben weiter, wolle man zurück zu den eigenen Wurzeln kommen. Man wolle direkt für die Unternehmer und die Unternehmen der Region da sein. Die bisherigen 104 Mitglieder des Regionalverbandes vertreten immerhin Unternehmen mit insgesamt 4000 Beschäftigten. Der seit mehr als einem Jahr laufende Streit um eine mögliche Zusammenführung der Verbände Ludwigslust-Parchim war aber wohl nur der Auslöser für eine schon länger bestehende Spaltung. Die Regionalleitung Hagenow/Ludwigslust war schon immer für ihre eigenständige Arbeit und ihr Selbstbewusstsein bekannt. Das speist sich auch aus den leidvollen Erfahrungen beim Zusammengehen der alten Kreisverbände Hagenow und Ludwigslust in den 1990er Jahren. Nun sollte wieder fusioniert werden, obwohl es gerade in der Wirtschaft so gut wie keine Gemeinsamkeiten zwischen der Parchimer Regionen und dem Ludwigsluster-Hagenower Bereich gibt. Das mochten sich viele Mitglieder des Lobbyvereins nicht mehr gefallen lassen .

Der neue Verband will sich auf einer Versammlung am 6. Juni im Gasthaus Söring ab 18.30 Uhr allen Interessierten ausführlich vorstellen. Der neue Wirtschaftsverband will die gute Arbeit in der Region fortsetzen, aber auch neue Bündnisse z. B. mit der IHK oder den Handwerkern der Region knüpfen. Außerdem soll die Zusammenarbeit mit der deutschlandweit tätigen Vereinigung der Unternehmerverbände wieder belebt werden. Rolf Paukstadt, Präsident des Unternehmerverbandes Norddeutschland, bedauerte gestern im SVZ-Gespräch sehr die aktuelle Entwicklung. Der von Regionalleiter Wolfgang Reiner Hildesheim beschrittene und maßgeblich betriebene Weg sei aus seiner Weg nicht der richtige. Die Außendarstellung des Verbandes werde erheblich leiden.

Auch Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schröder zeigte sich enttäuscht vom Beschluss einiger Mitglieder, einen eigenen Verband zu gründen. Die Wirtschaft müsse mit einer Stimme sprechen, um wahrgenommen zu werden. Es habe aber zu keiner Zeit irgendwelchen Druck für eine Zusammenführung gegeben. Es gäbe lediglich einen Termin für eine gemeinsame Mitgliederversammlung, wo man über das Thema beraten werde. Mit der Gründung des neuen Verbandes, so Schröder, sei der Regionalverband Hagenow/Ludwigslust in keiner Weise aufgelöst. Man werde sehr schnell Möglichkeiten finden, auch weiterhin eine gute Arbeit vor Ort zu leisten. Es sei nur eben wirklich schade, dass es nicht gelungen sei, die unterschiedlichen Positionen zu einer Zusammenarbeit im bisherigen Verband zusammenzubringen.

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