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Mecklenburgische Ostseeküste : Unternehmen verarbeitet Seetang zu Dünger

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Wenn Stürme Algen und Seegras an die Ostsee- Strände treiben, ist vielen Badegästen der Gang ins Wasser verekelt. Bevor der Strandtag losgeht, wollen die Kurverwaltungen daher die Makroalgen entfernen.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 10:36 Uhr

Sandhagen | Wenn Stürme Algen und Seegras an die Ostsee- Strände treiben, ist vielen Badegästen der Gang ins Wasser verekelt. Bevor der Strandtag losgeht, wollen die Kurverwaltungen daher die Makroalgen entfernen. Nach Ansicht des Landestourismusverbandes ist Seetang am Strand vor allem ein ästhetisches Problem. "Das ist Natur", sagt Verbandssprecher Tobias Woitendorf. Dennoch gebe es auch Klagen von Gästen. Die Gemeinden bemühten sich, der Situation Herr zu werden, gerade wenn im August wieder die Algen-Hauptsaison beginnt.

Das Ostseebad Sellin auf Rügen hatte schon im Juli fast täglich die grünen Massen am Strand. "Das ist abhängig von Wind und Strömung", so Kurdirektorin Adriana Zawisza. Schon gegen 5 Uhr seien Arbeiter der Kurverwaltung mit Radlader, Traktor und Hänger dabei, den Seetang wegzuräumen. Sie bringen ihn zum Trocknen in ein Seetanglager, bevor eine Firma die Pflanzen abholt. Zumeist wird Seetang kompostiert und an Landwirte abgegeben.

So, wie die Algen vom Strand kommen, dürfe man sie nicht aufs Feld bringen, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Hanseatischen Umwelt CAM GmbH, Martin Staemmler. Er betreibt in Sandhagen bei Kröpelin ein Kompost-, Dünger- und Erdenwerk. "Der Seetang ist durchsetzt mit Sand, Müll, Holz und Steinen", so Staemmler, der die sogenannten Ostseetreibsel von der Mecklenburgischen Ostseeküste zwischen Warnemünde und Boltenhagen verarbeitet. In seinem Kompostierwerk wird daraus ein nährstoffreicher Sand, der als Bodenhilfsstoff oder Kultursubstrat an die Landwirtschaft und den Landschaftsbau geht. Er wird gerne auf lehmhaltigen Böden eingesetzt, um sie lockerer zu machen.

Das Strandmaterial wird zunächst in das Kurzzeitlager in Klütz oder das Kompostwerk der Hanseatischen Umwelt in Sandhagen gebracht. Dort wird es getrocknet. Müll, Holz und Steine werden ausgesiebt. Die Algen zersetzen sich und färben den Sand dunkel.

Bauern oder Landschaftsbauer bekommen den Kubikmeter Treibselsand für ein bis zwei Euro. Die Kommunen zahlen für den sauberen Strand und die Entsorgung 16 bis 20 Euro je Kubikmeter, etwa aus den Einnahmen von Strand- und Parkplatzgebühren.

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