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Mecklenburg-Vorpommern

26. September 2017 | 16:47 Uhr

Unter Protesten auf seinem Weg

vom

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erstellt am 24.Nov.2011 | 10:47 Uhr

La Hague/Gorleben | Der 13. Castor-Transport rollt: Seit gestern ist der hoch radioaktive Abfall auf dem Weg zum Zwischenlager ins niedersächsische Gorleben. In Frankreich gab es einen ungewöhnlichen Auftakt: Bereits vor dem Start rührt sich heftiger Widerstand. Demonstranten versuchen, die Abfahrt des Zuges unter allen Umständen zu stoppen.

Doch warum kommt der Atommüll aus dem französischen La Hague eigentlich nach Deutschland? Und wieso versuchen so viele Gegner den Transport zu verhindern? Die Hintergründe:

Warum rollen eigentlich Castoren nach Deutschland?

In Atomkraftwerken kommen Brennelemente zum Einsatz. Sind diese abgebrannt, wurden sie bis vor einigen Jahren aus Deutschland nach Frankreich und Großbritannien geschickt, um sie dort aufzuarbeiten. Seit 2005 ist die Wiederaufarbeitung in Deutschland aber verboten. Die Bundesrepublik ist jedoch verpflichtet, den bereits früher ins Ausland transportierten Atommüll zurückzunehmen. Seit 1995 wird er ins Zwischenlager in Gorleben gebracht.

Wieso kommt der Atommüll nach Gorleben?

Die Umstände für die Wahl von Gorleben als mögliches Atommülllager sind bis heute nicht ganz klar. Fest steht: Im Jahr 1976 traf sich der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) mit drei Bundesministern und schlug den Ort im Wendland als mögliche Lagerstätte für atomare Abfälle vor. Trotz anderer Favoriten wurde beschlossen, dass der Salzstock auf seine Eignung getestet werden soll. Bis zur Endlagerung braucht es aber ein vorläufiges Lager für den Müll - das wurde oberirdisch in der Nähe des Salzstocks errichtet, der untersucht wird.

Wie viele Transporte aus dem Ausland wird es noch geben?

Ein Großteil der atomaren Abfälle aus der Wiederaufarbeitung hat Deutschland bereits zurückgenommen. In Gorleben lagern derzeit 102 Behälter: 97 Castoren mit Atommüll und fünf Container mit Brennelementen. Der aktuelle Transport wird der letzte mit hoch radioaktivem Müll aus dem französischen La Hague sein, eventuell folgen von dort aber noch weitere mit mittelradioaktivem Müll. Ferner sollen bis zum Jahr 2017 noch weitere 21 Behälter aus dem britischen Sellafield nach Deutschland gebracht werden.

Warum sind so viele gegen die Einlagerung in Gorleben?

Viele Atomgegner bringen mit den Protesten gegen den Castor-Transport ihre allgemeine Einstellung "Atomkraft, nein danke" zum Ausdruck. In der jüngsten Diskussion spielte auch eine Rolle, dass die Grenzwerte am Zwischenlager in diesem Jahr erhöht waren. Kritiker von Gorleben als Endlager meinen, dass Salz als Material nicht geeignet ist, Atommüll sicher zu lagern. Auch ein fehlendes Deckgebirge und damit drohende Wassereintritte sowie Gasvorkommen machen den Salzstock aus ihrer Sicht zu einer schlechten Wahl.

Was soll langfristig in Deutschland mit Atommüll passieren?

Das Ziel ist es, ein Endlager für radioaktive Abfälle zu finden. Bislang gibt es eine solche Lagerstätte jedoch nirgendwo auf der Welt. Es müsste garantiert werden, dass für Millionen von Jahren keine Radioaktivität entweicht, doch es fehlen sichere Erkenntnisse, wie sich der strahlende Müll in der Erde verhalten könnte. Deutschland wird nicht vor 2035 oder 2040 ein Endlager haben, schätzt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat verkündet, auch Alternativen zu Gorleben zu prüfen.

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