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Greifswald : Uni-Medizin wird zum Fall für den Landtag

vom
Aus der Onlineredaktion

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Greifswalder Universitätsmedizin genießt in Forschung und Lehre einen hervorragenden Ruf – doch der Leuchtturm der Wissenschaft ist wirtschaftlich erheblich in Schieflage geraten. Bereits seit 2011 arbeitet die UniMedizin nicht mehr kostendeckend und fuhr Verluste in Millionen-Höhe ein. Das Finanzproblem der Universitätsmedizin wird nun zum Fall für den Landtag: Auf Betreiben der Linksfraktion wird sich das Parlament am Donnerstag in einer Aussprache mit der wirtschaftlichen Situation der Einrichtung befassen.

Im Fokus der Linken steht dabei auch die Landesregierung. „Wir wollen die Verantwortung der Regierung bei der Finanzierung thematisieren, denn sie hat die Aufsicht über die landeseigene Universitätsmedizin“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Das Millionendefizit habe 2014 bei rund 13,5 Millionen Euro gelegen. Ein Jahr später betrug das Minus 14,3 Millionen Euro. Auch für 2016 wird mit einem Verlust im Millionenbereich gerechnet. Laut Oldenburg hätte die Regierung die wirtschaftliche Schieflage an der Universitätsmedizin lange vor den Defiziten sehen und frühzeitig korrigierend eingreifen müssen. Das sei aber nicht der Fall gewesen. Noch 2014 seien die hohen Verluste als ein einmaliges, zeitweiliges Phänomen abgetan. Das Klinikum hatte zwar im vergangenen Jahr mit Konsolidierungsmaßnahmen begonnen, um die Verluste auszugleichen – Anfang Februar wurde dann aber überraschend der Ärztliche Direktor der Universitätsmedizin vom Aufsichtsrat abberufen. Für die Linke stellt sich dabei die Frage, ob die Probleme dadurch womöglich noch verschärft wurden.

Besorgt über die finanzielle Lage in Greifswald äußerte sich auch CDU-Fraktionschef Vincent Kokert. Die Uni-Medizin sei von einer schwarzen Null weit entfernt. „Einen defizitären Betrieb über drei bis vier Jahre kann sich das Land aber nicht leisten“, gab er zu bedenken.

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