Ungewöhnliche Geburt von Drillingen in Rostock

 Emma (vorn), Hermine (M) und Ben in ihrem Bettchen. Die drei  Geschwister  wurden zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche geboren. <foto>Wüstneck, dpa</foto>
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Emma (vorn), Hermine (M) und Ben in ihrem Bettchen. Die drei Geschwister wurden zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche geboren. Wüstneck, dpa

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12. März 2013, 06:34 Uhr

Rostock | Im Rostocker Südstadtklinikum sind Drillinge mit einer nach Angaben von Ärzten international noch nie dokumentierten Reife geboren worden. Die beiden Mädchen Emma und Hermine sowie der Junge Ben kamen am Freitag zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt, wie die Gynäkologin Kerstin Hagen gestern sagte. Die Mädchen hatten ein Geburtsgewicht von 2550 beziehungsweise 2650 Gramm, Ben wog 2010 Gramm. Auch die Körpergröße sei mit 42 bis 46 Zentimetern völlig normal gewesen. Im Durchschnitt werden Drillinge laut Hagen in der 30. bis 32. Schwangerschaftswoche entbunden. "Unsere Drillinge sind keine Frühchen mehr, sie sind kerngesund", sagte sie. Wie Hagen berichtete, waren der Mutter zwei befruchtete Eizellen eingesetzt worden, die beiden Mädchen seien eineiige Zwillinge.

Voller Respekt haben die Ärzte die aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Mutter in den vergangenen Monaten begleitet und beobachtet, wie sie die stetig steigende Belastung souverän gemeistert hat. Die groß gewachsene und mental starke 41-jährige Mutter Heike war erst am Tag vor der Geburt selbstständig in die Klinik gekommen und zuvor nur ambulant betreut worden. Drei Frauenärzte, drei Hebammen, vier Kinderärzte, vier Krankenschwestern und zwei Anästhesisten waren im Kreißsaal dabei, die Kinder kamen den Aufzeichnungen zufolge innerhalb von vier Minuten zur Welt.

Bei Drillingsschwangerschaften sei es üblich, dass die Körper der werdenden Mütter das Gewicht der Kinder nicht halten können. Der Chefarzt der Abteilung Neonatologie im Südstadtklinikum, Dirk Olbertz, sagte, dass die Mütter von Mehrlingen üblicherweise sehr viel Motivation bräuchten, um die hohen Belastungen durchstehen zu können. "Manchmal liegen Frauen wochenlang auf Station mit Wehenhemmern."

Die Rostocker Drillinge haben bereits ältere Geschwister, zwei zwölf beziehungsweise vier Jahre alte Mädchen. "Sie sind begeistert, dass es so viele sind", erzählte die Mutter stolz. Sie bekam nach Angaben der Ärzte die Drillinge gleich nach der Geburt mit aufs Zimmer. Sie könne sie sogar stillen, "es wird einigermaßen gerecht verteilt", sagte Olbertz. Es müsse aber etwas zugefüttert werden.

"Drillingsschwangerschaften sind für Frauen und Kinder immer ein erhebliches Risiko", betonte Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte in Hannover. "Wir freuen uns, dass die Kinder in diesem Fall reif geboren wurden, das ist aber eine große Ausnahme und wird es auch bleiben." Besonders Drillinge bedeuten für die Frauen eine große Last und Anstrengung wegen der rapiden Gewichtszunahme.

Das kann Drillingsmutter Heike bestätigen: 20 Kilo habe sie in der Schwangerschaft zugenommen, erzählte die noch sichtlich erschöpfte 41-Jährige. "Familie, Freunde und Bekannte stehen zu Hause alle in den Startlöchern, um bei der Betreuung mitzuhelfen."

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