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Verkehrszählung : Unfall-Kreuzung soll sicherer werden

vom

76 Prozent der Kraftfahrer auf der Bundesstraße 104 zwischen Lützow und Gadebusch sind im Bereich der Kaeselower Kreuzung zu schnell unterwegs. In der Vergangenheit wurden dort von bis zu 92 Stundenkilometern gemessen.

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erstellt am 16.Mär.2012 | 11:52 Uhr

Kaeselow | Die Zahl ist alarmierend: 76 Prozent der Kraftfahrer auf der Bundesstraße 104 zwischen Lützow und Gadebusch sind im Bereich der Kaeselower Kreuzung zu schnell unterwegs. In der Vergangenheit wurden dort von Landkreis und Polizei Geschwindigkeiten von bis zu 92 Stundenkilometern gemessen - und das, obwohl sich insbesondere im Kreuzungsbereich immer wieder schwere Unfälle ereignen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit deshalb bereits auf 70 km/h reduziert wurde.

Für den Landkreis Nordwestmecklenburg gilt die Kreuzung zwischen Lützow und Gadebusch deshalb längst als "Unfallhäufungsstelle", weshalb in dieser Woche eine elektronische Verkehrszählung durchgeführt wurde, um festzustellen, in welcher Frequenz die Strecke genutzt und vor allem wie schnell dort tatsächlich gefahren wird. Gemessen wurde genau 48 Stunden. "Mit dem Gerät lassen sich nicht nur Motorräder, Pkw und Lkw zählen, sondern es kann auch festgestellt und gespeichert werden, wie schnell gefahren wird", erklärt Petra Rappen, Pressesprecherin des Landkreises. Dabei würden allerdings keine Kennzeichen festgestellt, betont Rappen: "Das ist völlig anonym."

Die Ergebnisse der Zählung sollen in der Verkehrsunfallkommission des Landkreises ausgewertet werden. "Wenn sich die Befürchtungen bestätigen und ein Großteil der Autofahrer zu schnell unterwegs ist, werden wir auch kurzfristig Maßnahmen ergreifen", kündigt Rappen an. "Sowohl der Landkreis als auch die Polizei werden dann ihre Geschwindigkeitskontrollen vor Ort verschärfen und so den Druck auf die zu schnell fahrenden Autofahrer erhöhen." Wenn auch dies nicht helfe, müsse über weiter reichende Maßnahmen nachgedacht werden. "Dann müsste man beispielsweise überlegen, ob dieser Knotenpunkt anders gestaltet werden muss." Im äußersten Notfall denkbar sei beispielsweise eine Ampel. "Aber eine solche Maßnahme liegt noch in weiter Ferne. Es wäre uns lieber, wir könnten die Problematik so lösen." Die Kreuzung zwischen der Bundesstraße und den Abzweigungen nach Kaeselow und Pokrent sei die Achillesferse an der B 104 zwischen Lützow und Gadebusch, sagt die Pressesprecherin. "Deshalb hatten wir hier die Geschwindigkeit auch schon reduziert."

Eine Notwendigkeit zum Handeln in diesem Bereich sieht auch die Polizei. "Auch bei uns gilt dieser Bereich als Unfallhäufungsstelle", macht André Falke, Pressesprecher der zuständigen Polizeiinspektion Wismar, deutlich. Die teils schweren Verkehrsunfälle in der Vergangenheit ließen sich vor allem auf überhöhte Geschwindigkeit, Missachtung des Vorfahrtsrechts und falsches Überholen zurückführen. Deshalb sei der Bereich auch von Seiten der Polizei unter besondere Beobachtung gestellt. "Wir führen hier Geschwindigkeitsüberprüfungen sowie scharfe Kontrollen durch", erklärt Falke. Zudem solle die Kreuzung durch einen Sachverständigen noch einmal genau überprüft werden. "Hier geht es beispielsweise darum, ob es bei der Einsehbarkeit Probleme gibt oder ob bauliche Maßnahmen vor Ort irreführend sind." Oberstes Ziel sei es, die Ursache für die Unfallhäufigkeit schnellstmöglich festzustellen und somit die Gefahrenpunkte abzustellen.


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