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Weltkulturerbe : Unesco verdrängt Schlossfestspiele

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Schwerin sucht nach einem Alternativstandort für die Schlossfestspiele ab 2014. Grund: Der jetzige Spielort vor dem Schloss könnte die Aufnahme des Schlosses in die Weltkulturerbeliste der Unesco gefährden.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2012 | 10:13 Uhr

Schwerin | Die Landeshauptstadt wird aller Voraussicht nach einen hohen Preis bezahlen müssen, um das Schweriner Schloss in die prestigeträchtige Weltkulturerbeliste der Unesco aufnehmen zu lassen: Wie sowohl das Kultusministerium als auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) auf Nachfrage unserer Redaktion jetzt bestätigten, muss dafür ab dem Jahr 2014 ein neuer Standort für die jährlichen Schlossfestspiele im Alten Garten direkt vor dem Wahrzeichen der Landeshauptstadt gefunden werden. Grund: Die Festspiele könnten die Sichtachsen zum Schloss beeinträchtigen.

"Nach Ansicht von Experten kann eine weitere Nutzung des Alten Gartens durch das Staatstheater im Rahmen der Schlossfestspiele dazu führen, die Chancen der angestrebten Unesco-Bewerbung bereits im Vorfeld zu schmälern", sagte die Sprecherin des Kultusministeriums, Johanna Hermann. Die Landeshauptstadt habe Minister Mathias Brodkorb (SPD) deshalb mitgeteilt, dass für die Stadt feststehe, ab 2014 einen anderen Standort als den Alten Garten für die Schlossfestspiele finden zu müssen.

Das bestätigte auch Oberbürgermeisterin Gramkow. "Wir sind vom Ministerium auf diese Frage angesprochen worden. Das Unesco-Kulturerbe nehmen wir sehr ernst. 2013 wird noch im Alten Garten gespielt, dann gibt es eine Verlagerung - allerdings abhängig davon, wie das Antragsverfahren endet. Deshalb seien Alternativstandorte auch noch nicht geprüft worden, sagte die Oberbürgermeisterin. Zugleich aber ließ sie durchblicken: "Die Aufführungen auf der Freilichtbühne im Stadtteil Ostorf waren ja sehr erfolgreich. Es gibt aber noch andere mögliche Standorte." Die Intendanz des Staatstheaters ließ mitteilen, dass man neue Konzepte suchen werde, wenn es bei der Haltung der Stadt bleibe.

Wie berichtet, hatte schon im November Stadtvertreter Sven Klinger (CDU) den Titel Weltkulturerbe als die "schärfste Form des Denkmal schut zes" bezeichnet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit tiefe Einschnitte mit sich bringe. "Die erfolgreichen Schlossfestspiele des Theaters könnten zum Beispiel wegen der Beeinträchtigung der Sichtachse vor aussichtlich nicht mehr auf dem Alten Garten stattfinden", meinte Klinger in unserer Zeitung.

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