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Streit um Windenergie : Und wie war Ihr Urlaub?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Passen in die Träume von Ferien in Mecklenburg-Vorpommern riesige Windparks? Der Landesbäderverband sagt „nein“.

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2014 | 08:45 Uhr

Energieminister Christian Pegel (SPD) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass im Streit um den weiteren Ausbau der Windenergie Kompromisse gefunden werden. Er könne zwar verstehen, dass die an der Küste liegenden Gemeinden hofften, dass alle Offshore-Pläne fallengelassen werden, sagte Pegel gestern nach einem Treffen mit Verbandsvertretern in Graal-Müritz. Auf der anderen Seite gebe es wichtige industrielle Interessen im Land, die zu einer großen Wertschöpfung für Mecklenburg-Vorpommern führen würden. Pegel sicherte den Verbandsvertretern zu, dass ihre Bedenken sehr ernst genommen und in die weiteren Planungen einfließen würden. Die Gemeinden haben noch bis 30. September Zeit, ihre Stellungnahmen abzugeben. Gerade bei den Offshore-Windparks gebe es aber nicht nur die Bedenken der Touristiker und die Wünsche der Industrie zu berücksichtigen, sagte Pegel. Auch die Fischerei, Naturschutzverbände und die Schifffahrt wollten ihre Argumente einbringen.

Zuvor hatte der Bäderverband seine Befürchtungen um den guten Ruf des Urlaubslands Mecklenburg-Vorpommern geäußert, sollten die Pläne der Landesregierung zur Ausweisung von Eignungsräumen für Windparks umgesetzt werden. Diese sehen u. a. vor, dass Offshore-Windparks bis zu sechs Kilometer vor der Küste ausgebaut werden können. „Es gibt kein Dogma, dass die Sechs-Kilometer-Grenze bleibt oder dass sie fällt. Und es gibt kein Dogma, dass die Zahl der Windparks oder ihre Fläche so bleibt“, erklärte Pegel.

Als CDU-Bürgermeister von Zingst ist dem Präsidenten des Bäderverbands, Andreas Kuhn, das Thema Offshore-Windpark durchaus bekannt. In 16 Kilometer Entfernung vor der Küste des Darß steht der Windpark Baltic 1. Dieser hat bei größerer Entfernung zur Küste aber lediglich 21 Windkaftanlagen. Deshalb habe er keine größeren negativen Auswirkungen auf den Tourismus gehabt, sagte Kuhn.

Allerdings seien in klaren Nächten die vielen flackernden roten Lichter der Befeuerung durchaus störend. „Da kommt man sich vor wie in Las Vegas und nicht wie an der Ostsee.“


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