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Umstrittener MEK-Einsatz : Unbewaffneter von Polizei in Lutheran angeschossen

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Hamburger Polizisten versuchen, einen untergetauchten Straftäter in seinem Auto in Mecklenburg-Vorpommern zu fassen. Bei dem Einsatz schießt ein Beamter, ein 27-Jähriger wird schwer verletzt. Der Gesuchte war aber gar nicht im Wagen.

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2016 | 15:43 Uhr

Ein am Freitag bei einem Polizeieinsatz in Lübz in Mecklenburg-Vorpommern angeschossener Mann schwebt weiter in Lebensgefahr. Der 27-Jährige aus der Region habe durch die Kugel, die ihn am Kopf traf, ein Auge verloren und liege im Koma, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin am Sonntag. Der Einsatz im Lübzer Ortsteil Lutheran galt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hamburg eigentlich einem polizeibekannten Mann aus der Hamburger Rotlichtszene.

Mit mehreren Fahrzeugen hatte das Mobile Einsatzkommando (MEK) aus Hamburg am Freitag einen Pick-up mit zwei Insassen gestoppt. Dabei schoss einer der Beamten durch die Seitenscheibe und traf den 27 Jahre alten Fahrer des Autos am Kopf. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Ermittlungen gegen den Polizisten aufgenommen.

Nach Angaben der Polizei habe es bei dem Einsatz eine „Gefährdungslage“ gegeben, die den Schusswaffengebrauch vermutlich rechtfertige, sagte der Sprecher in Schwerin. Es seien jedoch weder im Auto noch bei den beiden Insassen Waffen gefunden worden.

Das Mobile Einsatzkommando (MEK) habe den Pick-up des Gesuchten in der Annahme gestoppt, dass er sich darin befinde, so der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft. Gegen den polizeibekannten Mann liegt ein Haftbefehl vor, der bei dem Einsatz vollstreckt werden sollte.

Wegen Körperverletzung habe der Mann noch zwei Jahre und acht Monate Haft zu verbüßen. Wie sich herausstellte, saß der Gesuchte nicht in dem Wagen.

Warum ein Mitglied der Spezialeinheit den Schuss abgab, sollen die Ermittlungen am Montag und Dienstag klären. Mit neuen Erkenntnissen rechnet die Staatsanwaltschaft allerdings erst Ende der Woche.

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