Rostock : Umweltsenator fordert neues Offshore-Gebiet

Solche Offshore-Windräder wie im Windpark Baltic II vor Rügen könnten auch vor Warnemünde gebaut werden.
Solche Offshore-Windräder wie im Windpark Baltic II vor Rügen könnten auch vor Warnemünde gebaut werden.

Matthäus will vor Warnemünde Energiegewinnung ermöglichen und widerspricht offizieller Position der Stadt.

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18. November 2015, 18:50 Uhr

Vollzieht Rostock eine Kehrtwende beim bisher abgelehnten Offshore-Windpark vor Warnemünde? Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) geht auf Konfrontationskurs zur offiziellen Position der Stadt und forciert das Projekt der Landesregierung: „Ich möchte da Windkraftanlagen sehen“, sagt er. „Wir sind nicht nur ein Seebad und ein Hafen, sondern haben auch eine Verantwortung gegenüber der Windkraftbranche in unserer Stadt.“ Das Offshore-Gebiet könne zur Energiewende beitragen.

Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gibt sich vorsichtiger. Er sagt: „Bei den vor der Küste von Rostock-Warnemünde liegenden Gewässerbereichen der Ostsee gilt es zu berücksichtigen, dass die Hafenzufahrt und Reede-Bereiche nicht beeinträchtigt werden.“ Auch die Fähigkeit zur Ausweisung olympischer Segelregatten dürfe nicht eingeschränkt werden. „Die Entscheidung darüber liegt jedoch bei der Landesregierung“, so Methling. Die Stadt hat sich in Bezug auf die derzeit laufende Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms (LEP) MV bereits positioniert – gegen das Offshoregebiet.

Unterstützung bekommt der Umweltsenator hingegen von seiner Partei. Elisabeth Möser aus der Grünen-Bürgerschaftsfraktion sagt: „Wir wollen eine Energiewende und da gehört Offshore-Energie dazu.“ Sie widerspricht auch den Einwänden Methlings und der Hafen-Entwicklungsgesellschaft, das im LEP-Entwurf ausgewiesene Gebiet schränke die Bewegungsfreiheit der Schiffe zu sehr ein: „Der entscheidende Bereich ist nach wie vor frei.“ Auch die Attraktivität des Seebads als Touristenhochburg werde durch die Windräder nicht gefährdet. Immerhin hätten die Landesplaner den Abstand zur Küste von sechs auf zehn Kilometer erhöht. Zudem sei das Gebiet selbst verkleinert worden. Beeinträchtigungen würden so ausgeschlossen – auch für die Teilnehmerschiffe wirtschaftlich bedeutender Großveranstaltungen wie der Hanse Sail oder der Warnemünder Woche. Aus Sicht von Umweltsenator Matthäus sprechen auch wirtschaftliche Effekte für das Offshore-Windkraftgebiet. „Süddeutsche Stadtwerke laufen dem Oberbürgermeister die Tür ein, weil sie ein Stück abhaben wollen“, sagt er. Das wünsche er sich auch von den Rostocker Stadtwerken.

Dafür allerdings fehlten die Voraussetzungen, kritisiert Horst Döring (Linke) aus dem Ortsbeirat Warnemünde. „Energieminister Christian Pegel hat keine Struktur geschaffen, die es ermöglicht, dass die Kreise und ihre Unternehmen sich bündeln und an der Wertschöpfung beteiligen können“, sagt er. Profitieren würden fast ausnahmslos Unternehmen, die nicht aus MV stammen. „Ich würde mir wünschen, dass die Eignungsgebiete nicht durch EnBW sondern EnMV übernommen würden“, erklärt Döring.

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