Kernfusionsanlage Greifswald : Umweltschonende Energie

Ein Monteur arbeitet im ringförmigen Plasmagefäß des Greifswalder Reaktors
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Ein Monteur arbeitet im ringförmigen Plasmagefäß des Greifswalder Reaktors

Greifswalder Kernfusionsanlage soll noch 2015 erstes Plasma erzeugen

svz.de von
08. Juli 2015, 08:00 Uhr

Die Erzeugung des ersten Fusionsplasmas im Greifswalder Kernfusionsexperiment „Wendelstein 7-X“ rückt näher. Die Tests der 70 Magnete, einer Schlüsselkomponente in der Fusionsanlage, seien erfolgreich abgeschlossen, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik gestern in Greifswald mit. Noch in diesem Jahr soll in der Anlage, deren Inbetriebnahme sich immer wieder verzögert hatte, das erste Plasma erzeugt werden.„Wendelstein 7-X“ - Institutsangaben zufolge nach Fertigstellung die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator - soll noch keine Energie erzeugen, aber die Kraftwerkseignung untersuchen. „Die Anlage soll die wesentliche Eigenschaft dieses Fusionstyps zum Dauerbetrieb demonstrieren“, sagte Sprecherin Isabella Milch. Im französischen Cadarache entsteht mit ITER die erste Demonstrationsanlage vom Typ Tokamak, der nur „gepulst“ betrieben werden kann - das heißt, er muss zwischenzeitlich immer wieder neu gestartet werden.

In Kernfusionskraftwerken soll später - so die Erwartung der Forscher - analog zu den Prozessen auf der Sonne durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie klima- und umweltfreundlich erzeugt werden. Wann die Technologie tatsächlich kraftwerksreif sein wird, ist bislang offen. Vor einem Jahr hatten die Forscher mit der Betriebsvorbereitung der Greifswalder Anlage begonnen und die Komponenten der rund 725 Tonnen schweren Maschine geprüft. Mehrere Tests wie auch die Betriebsgenehmigung stünden nun noch aus. Zum einen muss ein „Ultrahoch-Vakuum“ im Magnetkäfig erzeugt werden, wie Sprecherin Isabella Milch sagte. Die Techniker hatten anfangs mehrere kleinere Lecks entdeckt, die nun geschlossen und geprüft werden. Zudem müsse nach dem erfolgreichen Test der supraleitenden Magnetspulen das magnetische Feld ausgemessen werden, in dem später das bis zu 100 Millionen Grad heiße Plasma berührungsfrei schweben soll.  

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