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Mecklenburg-Vorpommern

24. September 2017 | 10:31 Uhr

Uecker-Werke bald in Schwerin

vom

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erstellt am 27.Jun.2013 | 07:53 Uhr

Schwerin | Er ist mit seinen "Nagelbildern" weltweit bekannt geworden, doch sein Werk ist viel umfassender. Ein kleiner Teil davon findet nun in seiner Heimat ein Zuhause. Das Staatliche Museum Schwerin hat 13 Bilder und Objekte des Künstlers Günther Uecker aus der Sammlung des Berliner Kneipiers Friedel Drautzburg gekauft. Das Schweriner Bildungsministerium schloss die jahrelangen Verhandlungen über den Ankauf weitgehend ab. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wird am 9. August die 13 Uecker-Objekte im Staatlichen Museum entgegennehmen. Das bestätigte gestern ein Regierungssprecher. Am Preis von gut 1,4 Millionen Euro beteiligt sich der Bund mit 830 000 Euro. Auch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin tragen einen bedeutenden Obolus dazu bei.

"Damit wird es möglich, das Schaffen Günther Ueckers als einen der bedeutendsten deutschen Künstler auch in seiner Heimat zu präsentieren", äußerte vor kurzem Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Das Schweriner Museum könne nun "eine hochkarätige Dauerausstellung der Moderne" präsentieren. Teile von Drautzburgs Sammlung waren in den vergangenen Jahren im Güstrower Schloss zu sehen. Darunter eine große aufrechte Holzskulptur, die an eine Egge erinnert, ein benagelter und mit Fäden umwickelter Stuhl, ein verfremdetes Portrait Ueckers und eine Platte mit "wogenden" seriellen Nägeln. Eine Attraktion der Güstrower Präsentation konnte das Land allerdings nicht von Drautzburg kaufen: eine "Sandspirale", bei der ein sich drehender Holzstab langsam Fäden über eine Sandfläche zieht, die immer neue Furchen ziehen. Eine ähnliche Installation soll das Museum dem Vernehmen nach von einer Stiftung des Bundes als Dauerleihgabe bekommen.

Verpasst hat das Land den Kauf eines weiteren Bildes. Zum ursprünglichen Angebot gehörte offenbar auch das auf mehrere hunderttausend Euro geschätzte "Weiße Feld". Drautzburg veräußerte es anderweitig, behielt sich aber ein Rückkaufrecht zugunsten des Landes vor. Das Bildungsministerium ließ, so heißt es intern, die Frist dafür verstreichen. Dennoch beharrte Drautzburg auf dem ursprünglichen Kaufpreis.

Eine eigene Uecker-Ausstellung im Schweriner Marstall ist unterdessen vom Tisch. Was der frühere Bildungsminister Henry Tesch (CDU) sich noch vorstellen konnte, war seinem Nachfolger Mathias Brodkorb (SPD) zu teuer. Unterhalt und Personal für das Extra-Museum kann das Staatliche Museum nicht bezahlen. Die Neuerwerbungen sollen im kommenden Frühjahr im Staatlichen Museum gezeigt werden. Ein Jahr später will Museumsdirektor Dirk Blübaum zum 85. Geburtstag des Künstlers jedoch eine große Uecker-Schau auf die Beine stellen.

Günther Uecker lebt in Düsseldorf. Seiner Heimat fühlt er sich noch verbunden. Immer wieder kehrt er auf die Halbinsel Wustrow zurück. Sein Vater war Ingenieur auf dem früheren Wehrmachtsgelände. Uecker erlebte auf Wustrow die Schrecken des Kriegsendes. In ländlicher Umgebung aufgewachsen studierte er bis 1953 an der Kunstakademie in Berlin. 1955 verließ er die DDR. Er ging nach Düsseldorf und wurde Student von Otto Pankok. Wenig später schlug er zum ersten Mal die Nägel ein, die seine Kunst so prägten. Damit für die Kirche in Rerik eine neue Glocke gegossen werden konnte, versteigerte Uecker vor Kurzem eines seiner Werke.

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