Kriminalität : Überweisung gefälscht: 60.366 Euro weg

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IBAN aus dem Papierkorb. LKA warnt: Bankdaten schützen

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20. Juli 2018, 05:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern warnt die Polizei vor  Überweisungsbetrug. Wie das Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mitteilte, sind im ersten Quartal dieses Jahres landesweit 44 Fälle gemeldet worden, im zweiten Quartal waren es sogar 72 Fälle. „Betroffen sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen“, sagte LKA-Sprecherin Anna Hermann.

Von den insgesamt 116 Überweisungsbetrügereien  im ersten Halbjahr blieb es in 78 Fällen beim Versuch. Durch die 38 vollendeten Delikte entstand der Gesamtschaden von 60.366 Euro. Die getürkten Überweisungen gingen auf Konten in Deutschland, Großbritannien, Estland, Bulgarien, Tschechien und in der Schweiz.

Bis Donnerstag konnten 33 dieser Fälle aufgeklärt und 30 Tatverdächtige ermittelt werden. Die meisten von ihnen waren nach LKA-Angaben Deutsche, ein mutmaßlicher Täter hatte einen bosnischen und ein weiterer  einen rumänischen Pass.

Die Masche ist für die Ganoven relativ einfach:  Sie brauchen die IBAN-Nummer eines Kontos und den dazugehörigen Namen. Die werden  dann von den Betrügern auf einen Überweisungsträger als Auftraggeber eingetragen, anschließend wird die Unterschrift gefälscht  und das Formular beim Kreditinstitut des Geschädigten in den Überweisungsbriefkasten geworfen. „IBAN-Nummer und Namen  sind bei Unternehmen oder Vereinen in der Regel auf Briefbögen oder auf der Homepage ersichtlich“, erläuterte Anna Hermann. Die Daten von Privatpersonen erlangen die Täter zum Beispiel, wenn sie sich am Telefon als Mitarbeiter der Bank ausgeben oder wenn sie weggeworfene Kontoauszüge aus Papierkörben neben dem Auszugsdrucker fischen.

Schäden durch Überweisungsbetrug, die der Kunde nicht durch sein eigenes leichtfertiges Handeln zu verantworten hat, werden in der Regel erstattet, teilte die Sparkasse Schwerin auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Die Buchung kann allerdings nicht wie beim Lastschriftverfahren einfach rückgängig gemacht werden.

In der Regel wird bei der Bearbeitung von Überweisungen  die  Unterschrift auf dem Träger mit der  im  Kreditinstitut hinterlegten abgeglichen. Offenbar geschieht das in einigen Fällen nicht genau genug. Nach Schätzungen des Bundeskriminalamtes beträgt der Schaden durch diese  Art des Betrugs deutschlandweit jährlich 35 Millionen Euro.

Um nicht Betrugsopfer zu werden, rät das LKA: Bankdaten stets vertraulich behandeln, Auszüge schreddern, Kontostand regelmäßig und in kurzen Zeitabständen kontrollieren.

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