Tamsen Maritim an P+S interessiert : Übernimmt Rostocker Werft in Wolgast?

Heiner Tamsen, Werft-Eignergeos
Heiner Tamsen, Werft-Eignergeos

Die in Rostock beheimatete Werft Tamsen Maritim hat Interesse an der Übernahme der Peene-Werft in Wolgast angemeldet. Auch der arabische Schiffbauer Abu Dhabi Mar soll an einer Übernahme interessiert sein.

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03. September 2012, 08:11 Uhr

Rostock | Neue Hoffnung für die insolventen P+S-Werften: Die in Rostock beheimatete Werft Tamsen Maritim soll Interesse an der Übernahme der Peene-Werft in Wolgast angemeldet haben. Nach Informationen aus gut unterrichteten Kreisen im Schiffbauumfeld, will Tamsen Maritim die Bereiche Marine-Schiffbau und Marine-Reparatur übernehmen. In diesen Feldern sind die Rostocker ebenfalls tätig. Möglicherweise wolle Tamsen verhindern, dass diese Bereiche der maritimen Industrie im Nordosten untergehen oder von einem ausländischen Schiffbauer übernommen werden.

Der arabische Schiffbauer Abu Dhabi Mar (ADM) denkt sogar an eine Übernahme beider P+P-Standorte in Stralsund und Wolgast. In Schiffbaukreisen regt sich allerdings Widerstand dagegen, dass ein arabisches Unternehmen in eine Werft wie die Peene-Werft einsteigt, die im Marineschiffbau beschäftigt ist.

Nach Worten von Holger Kahl, Geschäftsführer der zu ADM gehörenden Rendsburger Nobiskrug-Werft, werden noch in dieser Woche erste Gespräche mit dem Insolvenzverwalter und dem Land geführt. "Wir müssen danach sehen, ob sich ein weitergehendes Interesse entwickeln lässt", sagt Kahl.

ADM sei mehrschichtig aufgestellt - vom Yachtenbau über den Offshorebereich bis zum Marineschiffbau. "Wir wollen sehen, wo sich Synergien und Ergänzungen ergeben."

Zu Abu Dhabi Mar gehören in Deutschland seit 2011 ADM Kiel, ehemals HDW Gaarden GmbH, und die Nobiskrug-Werft seit 2009. Von der ebenfalls als Interessent genannten Bremer Lürssen-Werft gab es das Signal, man wolle P+S nicht übernehmen.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Berthold Brinkmann wollte die Meldungen über mögliche Interessenten an den P+S-Werften nicht kommentieren. Natürlich seien auch schon am Wochenende Gespräche geführt worden, es sei aber für deren Fortgang entscheidend, dass sie vertraulich behandelt werden.

Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto (FDP), zeigte sich gestern auf der Hamburger Schiffbaumesse SMM zuversichtlich. Die Insolvenz von P+S sei keinesfalls ein Menetekel für die gesamte Branche, sondern ein bedauerlicher Einzelfall, der durch individuelle Fehler möglich wurde. Dennoch sei für P+S eine gute Zukunft möglich, betonte Otto.

Die P+S-Werften hatten vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Rund 1800 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

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