Überfall mit Maske und MPi

Musste ohne Spur wieder den Tatort verlassen: Der Fährtenhund aus der  Perleberger Polizeiinspektion. Foto: Felix Alex
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Musste ohne Spur wieder den Tatort verlassen: Der Fährtenhund aus der Perleberger Polizeiinspektion. Foto: Felix Alex

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18. März 2013, 07:22 Uhr

Bad Wilsnack | Aus "technischen Gründen geschlossen" hieß es gestern zwar auf dem Schild an der Bad Wilsnacker Sparkassenfiliale, doch dass mehr hinter der Schließung steckte, verriet schon das Polizeiabsperrband, das nur einige Zentimeter entfernt im Wind flatterte. Wenige Stunden zuvor hatte sich hier in der Prignitz im Nordwesten Brandenburgs ein Szenarium abgespielt, das man sonst nur aus Filmen kennt. Wohl mit einer Maschinenpistole bewaffnet und maskiert, hatte ein Mann kurz nach 10 Uhr die Filiale betreten und zwang die Sparkassenmitarbeiter, ihm Bargeld aus den Kassen und dem Tresor auszuhändigen. Anschließend flüchtete er in unbekannte Richtung. Die Kriminalpolizei nahm sofort die Ermittlungen auf.

"Der Mann hat gesagt, ,das ist ein Überfall’ und wir mussten uns alle auf den Boden legen. Dann hat es eine Weile gedauert, aber so schnell, wie er gekommen ist, war er auch wieder weg", erzählte eine sichtlich mitgenommene Frau, nachdem sie die Filiale verlassen durfte.

Während des Überfalls befanden sich laut Polizei zwei Angestellte sowiemehrere Kunden in der Bank. Ersten Zeugenaussagen zufolge könnte der Mann mit einem weißen Herrenfahrrad davon gefahren sein. Die Ermittlungen waren am frühen Abend nicht abgeschlossen. Auch der Einsatz eines Fährtenhundes brachte keinen Erfolg. Er hatte sich innerhalb der Filiale zwar bewegt, konnte aber keiner Spur nach draußen folgen und musste bereits nach kurzer Zeit den Taort verlassen. Die Spurensicherung der Spezialeinsatzkräfte aus Neuruppin dauerte hingegen bis in die frühen Abendstunden hinein an.

Zusätzlich bitte die Kriminalpolizei, die die Ermittlungen vor Ort aufgenommen hat, insbesondere um Hinweise zu dem gesuchten Täter bzw. einem gegebenfalls von ihm in Bad Wilsnack abgestellten Fluchtfahrzeug.

Der Täter, der deutsch gesprochen hat, wird wie folgt beschrieben: Er ist etwa 1,75 bis 1,85 Meter groß und schlank, bekleidet mit grauer Jogginghose mit jeweils einem weißen Streifen an den Beinen, mit schwarzer Jacke und schwarzen Turnschuhe mit weißen Streifen.

Zeugenaussagen zufolge hatte sich der Täter nach dem Überfall sogar "herzlich bei den Anwesenden bedankt, dass nach seinen Anweisungen gehandelt wurde". So erklärte auch Helge Reiter, Leiter des Vorstandssekretariats der Sparkasse Prignitz, "wir sind sehr froh darüber, dass keine Personen zu schaden gekommen sind". Er macht trotzdem deutlich, dass in solchen Fällen nicht nur der Vorstand mit den betroffenen Mitarbeitern spreche, sondern ihnen auch psychologische Betreuung angeboten werde, wenn sie es wünschen.

Erst vor knapp einem halben Jahr hatten bislang Unbekannte versucht, den Geldautomaten der Bad Wilsnacker Sparkassenfiliale zu sprengen. Der Versuch blieb aber ohne Erfolg.

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