zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 01:23 Uhr

Über die Kreisgrenze zum Einkauf

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2012 | 09:54 Uhr

Schwerin | Es ist ein Milliardengeschäft: Geschätzte 410 Milliarden Euro Umsatz erwartet der deutsche Einzelhandel in diesem Jahr. Doch wo geben die Deutschen ihre Einzelhandelskaufkraft von durchschnittlich 5413 Euro pro Kopf aus? Mit Ausnahme der Stadtkreise überwiegend nicht an dem Ort, an dem sie leben, ergab eine jetzt vorgestellte Studie GfK-Studie zur so genannten Einzelhandelszentralität 2012. Die Kunden würden ihre Kaufkraft oftmals über die Kreisgrenze hinaus tragen- in das nächste städtische Mittelzentrum, in ein Einkaufszentrum oder eine entfernte Großstadt.

Dabei hat der Einzelhandel in der Stadt Straubing die höchste Anziehungskraft und lockt so viele Kunden an wie in keiner anderen deutschen Stadt, ergab die Analyse der Marktforscher der Gfk GeoMarketing. Der Ort in Niederbayern erreichte eine so genannte Kaufkraftzentralität von 224,2. In der Studie stehen Werte über 100 für einen Kaufkraftzufluss, Werte unter 100 für einen Kaufkraft abfluss. Auch der Einzelhandel in Weiden, Passau, Schweinfurt und Trier gehört zu den fünf deutschen Städten mit der größten Sogwirkung.

Schlusslicht im bundesweiten Vergleich ist hingegen der Landkreis Würzburg mit einer Zentralität von 57,4. Dort fließt Kaufkraft in andere Regionen ab. Bundesweit stehen 158 Kreisen mit einer Zentralität über 100 exakt 244 Kreise mit Werten unter 100 entgegen.

Auch Mecklenburg-Vorpommern fällt im Bundesvergleich deutlich ab. Stadt- und Landkreise in MV erreichen im Durchschnitt gerade eine Einzelhandelszentralität von 94,7. Schwerin erweist sich im Nordosten als der größte Kaufkraftmagnet und rangiert mit einem Wert von 122 unter den 100 Kreisen mit der höchsten Kaufkraftzufluss - Rang 65 in dem 402 Kreise zählenden Ranking. Rostock kommt lediglich auf Platz 147, der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte auf Rang 175 und der Landkreis Ludwigslust-Parchim auf Platz 276.

Schwere Zeiten für die Einzelhändler: "Der klassische Einzelhandel in Deutschland kämpft an vielen Fronten: Mit der Zunahme des überregionalen Preiskampfes durch den Onlinehandel und der Preissensibilität der deutschen Verbraucher allgemein. Dazu kommt die unsichere Lage des Euro samt steigenden Transport- und Handelskosten", meint GfK-Marktdatenexpertin Simone Baecker-Neuchl.

Indes steckt in Schwerin auch das größte Umsatzpotenzial: Mit 5248 Euro pro Kopf erreicht die Landeshauptstadt den Gfk-Marktforschern zufolge in Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Einzelhandelsumsatz - Rang 208 in dem 402 Kreise zählenden Ranking. Rostock kommt mit 5052 Euro pro Kopf auf Rang 296, der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 4760 Euro auf Platz 361 und der Kreis Mecklenburgische Seenplatte mit einem Einzelhandelsumsatz von 4721 Euro pro Kopf auf Rang 375.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen