Ursula von der Leyen zu Besuch : Üben für den Ernstfall

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) heute in Torgelow
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) heute in Torgelow

Bundeswehr-Übungsplatz bei Torgelow wird wegen der Sicherheitslage hochgestuft und ausgebaut

svz.de von
23. August 2016, 21:00 Uhr

Die Bundeswehr legt sich wegen der veränderten Sicherheitslage einen weiteren Truppenübungsplatz in Deutschland zu. Dazu wird der 2011 zurückgestufte Übungsplatz Jägerbrück bei Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) wieder hochgestuft und ausgebaut, wie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gestern bei einem Truppenbesuch sagte. „Die Sicherheitslage hat sich deutlich verändert.“ So habe es 2011 weder den Konflikt in der Ukraine noch die Bedrohungen durch den Islamischen Staat gegeben. Auf dem riesigen Gelände der Panzergrenadierbrigade 41 sollen auch „befreundete Truppen“ – etwa aus Polen – üben.

Auf dem bisherigen „Standortübungsplatz“ durfte bisher nur mit Übungsmunition geschossen werden, jetzt auch wieder mit scharfer Munition. „Die Übungsmöglichkeiten zu Hause entscheiden mit darüber, wie die Aufgaben im Ausland gemeistert werden“, erklärte die Ministerin mit Blick auf die Auslandseinsätze. Teile der Brigade 41 sind derzeit unter anderem in Afghanistan und im afrikanischen Mali.

Jägerbrück war schon in der DDR einer der größten Militärübungsplätze. Das gesamte Militärgelände ist rund 10 000 Hektar groß. Dort gibt es allein drei Kasernen. Bei der Bundeswehrreform 2011 habe es noch andere Voraussetzungen gegeben, sagte Brigadekommandeur Oliver Kohl. Danach mussten die Truppen für Übungen mit scharfer Munition auf bis zu 400 Kilometer entfernte Schießplätze in anderen Bundesländern ausweichen. Nun würden Ressourcen gespart und die Bevölkerung weniger durch Verkehr belastet: „Nichts ersetzt eine Übung mit scharfer Munition“, sagte Kohl.

Zur Brigade 41 – die größte Heereseinheit in Mecklenburg-Vorpommern – gehören knapp 5000 Soldaten im Nordosten, in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Dazu gehören Jägereinheiten und Panzergrenadiere in Torgelow und Hagenow. Die Ministerin kündigte Investitionen in Millionenhöhe in der Region Torgelow an.

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