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Verdächtiger aus dem Raum Greifswald : U-Haft nach Razzia gegen Pädophile

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Bei einer bundesweiten Razzia gegen Dutzende mutmaßliche Pädophile ist auch ein Verdächtiger aus dem Raum Greifswald aufgeflogen. Der Mann wurde angehört, ist geständig und sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

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erstellt am 26.Feb.2013 | 07:36 Uhr

Schwerin/Greifswald | Bei einer bundesweiten Razzia gegen Dutzende mutmaßliche Pädophile ist auch ein Verdächtiger aus dem Raum Greifswald aufgeflogen. Der Mann wurde angehört, ist geständig und sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, sagte gestern auf Nachfrage unserer Redaktion der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund, Ralf Lechte. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch von Kindern. Laut Landeskriminalamt gab es einen weiteren Beschuldigten, zu dem man aber keine Angaben machen könne. Auch das federführende hessische Justizministerium gab aus ermittlungstaktischen Gründen keine weitern Details bekannt, so ein Sprecher. Unbestätigten Informationen nach nach soll der zweite Fall im Landkreis Ludwigslust-Parchim angesiedelt sein.

Bei der bundesweiten Razzia haben Fahnder insgesamt 40 Wohnungen durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Mehr als 40 Männern im Alter von 20 bis 72 Jahren aus mehreren Bundesländern wird sexueller Missbrauch von Kindern und der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen, so das hessische Justiz- und Innenministerium.

Die Beschuldigten sollen im September vergangenen Jahres im Internet-Chat eines sozialen Netzwerks Kontakt zu Kindern gesucht und sexuelle Handlungen vor der Webcam vorgenommen haben. Ihnen wird vorgeworfen, die Minderjährigen auch aufgefordert zu haben, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen.

Unter Federführung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die in Hessen für den Kampf gegen die Internetkriminalität zuständig ist, durchsuchten rund 130 Ermittler bereits am 19. Februar die Wohnungen in Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern. Zahlreiche Datenträger und andere Beweismittel wurden sichergestellt. Mehrere Verdächtigen seien wieder auf freiem Fuß, sagte der Sprecher des Justizministeriums, Hans Liedel. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, möglicherweise kämen noch weitere Taten ans Licht.

Die Ermittler warnen vor dem sogenannten Cybergrooming. Darunter verstehen sie die sexuelle Belästigung Minderjähriger über das Internet. Die Täter sind meist ältere, fremde Männer, die sich in Chats oder sozialen Netzwerken gegenüber Kindern und Jugendlichen als gleichaltrig ausgeben, um sich so deren Vertrauen zu erschleichen.

Der jetzige Schlag gegen Kinderschänder zeige, dass es keine rechtsfreien Räume gebe, so die hessische Landesregierung. Verbrechen an Kindern seien besonders verwerflich. Innen- und Justizminister aus Wiesbaden würdigten schließlich die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft, auch über Ländergrenzen hinaus.

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