Mecklenburg-Vorpommern : Türsteherszene besticht ehrenamtliche IHK-Prüfer

Türsteher bezahlten bis zu 1000 Euro Bestechungsgeld.
Türsteher bezahlten bis zu 1000 Euro Bestechungsgeld.

Wiesbadener Landeskriminalamt (LKA) hat 91 Männer aus der Türsteherszene ins Visier genommen

svz.de von
26. November 2014, 11:55 Uhr

Eine Industrie- und Handelskammer aus Mecklenburg-Vorpommern soll in einen Bestechungsskandal um Türsteher-Konzessionen in Hessen verwickelt sein. Das Wiesbadener Landeskriminalamt (LKA) hat 91 Männer aus der hessischen Tür-steherszene ins Visier genommen, die Bestechungsgeld für ihre Arbeitsbescheinigung gezahlt haben sollen. Bis zu 1000 Euro pro Person flossen demnach an Mitarbeiter der IHK Neubrandenburg, sagte ein LKA-Sprecher gestern in Wiesbaden.

Auf die Spur der Tatverdächtigen aus dem Rhein-Main-Gebiet sei die Behörde bei Ermittlungen gegen die Rockergruppe Hells Angels gekommen. Für ihre Tätigkeit benötigten die Männer laut LKA eine Sachkundebescheinigung nach der Gewerbeordnung. In der Regel liege die Durchfallquote bei dieser Prüfung bei 40 bis 60 Prozent. Alle 91 Teilnehmer hätten indes die Prüfung bei der IHK Neubrandenburg bestanden. Ermittlungen liefen daher auch gegen drei IHK-Mitarbeiter wegen Bestechlichkeit, hieß es.

Die Ermittler durchsuchten gestern je drei Objekte in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, darunter ein Sportstudio und Wohnungen. Sichergestellt wurden Unterlagen, ein Handy und ein Schlagring. Bereits im Juli hatte es Durchsuchungen in zehn Objekten bei den Prüfungsteilnehmern sowie den Büroräumen der IHK gegeben.

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