Mecklenburg-Vorpommern : Trübe Aussichten für Weißstorch

In Ziggelmark überlebten 2017 drei größere Jungtiere.
In Ziggelmark überlebten 2017 drei größere Jungtiere.

Nur noch 699 Weißstorchen-Brutpaare hat der Naturschutzbund Deutschland in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern gezählt

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02. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Nur noch 699 Weißstorchen-Brutpaare hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern gezählt. Das teilte Helmut Eggers, Sprecher der Nabu-Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz, gestern in Lübtheen mit. Nie zuvor gab es im Nordosten, dem früheren Storchenrevier Nummer Eins in Deutschland, so wenige Brutstörche. „In vielen Dörfern ist der Weißstorch verschwunden“, sagte Eggers.

Bereits 2016 wurden im Nordosten mit 721 so wenige Weißstorchenpaare gezählt wie noch nie. Nur 862 Jungvögel wurden aufgezogen, etwa halb so viele wie 2008. Vier von zehn Paaren blieben gänzlich kinderlos.

Seit über zehn Jahren geht der Storchennachwuchs im Nordosten zurück. 2015 registrierten die Nabu-Aktivisten noch fast 800 Brutpaare. Im Jahr 2004 gab es 1142 Storchenpaare, 1994 sogar noch 1237.

Beunruhigend sei die Entwicklung des Bestandes 2017 verlaufen, so Eggers. Von den 699 Brutpaaren hatten 279 oder 40 Prozent gar keinen Bruterfolg. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim blieb sogar jedes zweite Nest ohne Nachwuchs. „Das Storchenjahr 2017 war also ein extremes Störungsjahr.“ 992 Storchenjunge wuchsen auf den Nestern auf, 1994 waren es noch 2549 Junge.

Für dieses Jahr ermittelten die Storchenschützer einen statistischen Reproduktionswert von nur 1,42 Jungstorch pro Nest. Zum Erhalt einer Population sind mindestens zwei Junge erforderlich. Zuletzt wurde im Jahr 2008 dieser Wert erreicht, danach lag er deutlich niedriger. Mit großer Sorge sehen die Mitglieder der Landesarbeitsgruppe Weißstorchschutz den extrem schlechten Erhaltungszustand der Storchenpopulation im Land.

Diese Saison habe es zudem witterungsbedingte Jungenverluste durch Dauerregen gegeben, sagte Eggers. Das Wetter allein erkläre aber nicht den starken Bestandsrückgang der letzten Jahre. Gründe sehe er vor allem in der Landwirtschaft, betonte Eggers. „Störche finden einfach nicht mehr genug Nahrung im Revier.“ Allzu oft würden Dauergrünland in artenarmes Saatgrasland umgewandelt oder Mais und Raps als Monokulturen angebaut.

„Es wird eng für den Weißstorch und die anderen Feld- und Wiesenvögel“, meinte der Sprecher. Er forderte erneut ein landesweites Storchenschutzprogramm.

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